Canada 2019 ist zu Ende

Die Zeit rennt. Wie immer wollen wir dies und das noch erledigen. Hier ein Baum fällen, da noch Baden gehen usw. und schon überschlagen sich die Termine. Das heißt Prioritäten setzen.  Das Wetter hat es leider nicht mehr zugelassen, das wir Feuer machen dürfen. Trotzdem hat Alex Bäume gefällt und es sind immer noch nicht alle weg. Er hat sie markiert und unsere Nachbarn werden sie sich im Winter holen. Das erste Mal müssen wir das Grundstück unaufgeräumt verlassen. Ist nicht schön, lässt sich aber leider nicht ändern. Ein Tag hatten wir dann noch Gelegenheit an den Atlantik zu fahren. Unser Nachbar hat sich ein kleines Boot gekauft und das wurde gleich getestet. Der Angelversuch war leider ohne Erfolg, aber dafür hatten wir einen riesen Spaß. Seine Eltern wohnen dort und wir haben den ganzen Tag dort verbracht. Was für eine herzliche Familie. Wobei, es ist wirklich auffällig, wie nett, höflich und respektvoll die Canadier sind. Es ist ein Kultur-Shock wenn wir in Frankfurt landen. Zur Begrüßung gibt es gewöhnlich unfreundliche, lange Gesichter, wo man sich fragt, was stimmt mit denen denn nicht.

Bei uns am Fluß haben wir seit langer Zeit mal wieder eine Schildkröte gesehen. Ich bin mir ziemlich sicher, das ich die selbe vor Jahren dort auch schon mal gesehen habe, da Ihr am Panzer ein Stück fehlt. Schon cool.

Eins haben wir auf jeden Fall noch geschafft. Wir sind in die Berge gefahren, also so ein bisschen in die Wildnis. Vor paar Wochen war dort ein reißender Fluss. Nun, ein paar Wochen später wollten wir mal schauen, wie es jetzt dort aussieht. Der Fluß hat sich zu einem genügsamen Flüßchen entwickelt. Genau das wollten wir. Nun konnten wir Wasser-Wandern. Durch das Wasser immer den Flußlauf entlang und um die nächste Kurve und die nächste Kurve und die Nächste. Das macht richtig Spaß.

Der Schuppen ist fertig. Das Dach ist zu und die Tür ist gebaut. Unglaublich was in so einen kleinen Schuppen alles reinpasst. Ich denke, das war nicht der letzte Schuppen. Zum Abschiedsabend habe ich Piroggen gebacken. Eine mühsame Arbeit aber lohnenswert. Unseren Gästen hat es geschmeckt.

Wie auch die Anreise, verlief die Rückreise komplett ohne Zwischenfälle und zügig. Also es gibt dieses Jahr wirklich nichts zu meckern.

Vielen Dank für das Lesen unseres Blogs. Bis zum nächsten Jahr.

Zum Urlaub machen verdammt

Es ist heiß. Es ist so heiß das wir nur noch Urlaub machen können. Sogar nachts über 20 Grad. Also keine Arbeit, keine Bäume fällen. Vielleicht maximal Wäsche waschen. 2 mal täglich gießen. Da die Pampe sich ja tatsächlich zu Rasen entwickelt hat, muss fleißig gegossen werden. Mein Salat wächst, da kann man nicht gegen an essen und meine Blumen blühen. Ich bin schon sehr glücklich. Unsere Nachbarin hat ganz viele Blumen aus Ihrem Beet genommen, weil es zu viele sind. Ich habe sie auch noch eingepflanzt. Bin mal gespannt, ob sie anwachsen. Ist ja nicht so richtig die Jahreszeit um Blumen und Sträucher zu pflanzen. Auf jeden Fall ist Badepflicht. Das Wasser im Fluss und auch im Atlantik ist richtig warm. Also für meine Verhältnisse schon fast zu warm.
Entweder fahren wir nach Elgin, da ist der Fluss etwas tiefer und man kann schwimmen, oder nach Caissie Cape an den Atlantik. Die Eltern von unseren
Nachbarn wohnen dort. Wir sind zum Mittagessen eingeladen gewesen und haben einen schönen Strandtag gemeinsam verbracht. Was für nette Menschen.
Für ein schnelles Bad gehen wir natürlich einfach runter an unseren Fluss. Es hat lange nicht geregnet und der Wasserstand geht merklich zurück. Aber für eine Abkühlung reicht es immer.

Aber der Oberhammer war das Baden bei den Gordan Falls. Wir waren zwar letztes Jahr mal dort und haben es uns angeschaut, aber da war kein Badewetter.
Es ist eine Schlucht mit einer steilen Felswand die um eine 90 Grad Kurve geht. Man muss etwas klettern um dort an das Wasser zu kommen. Da ich nicht höhentauglich bin, konnte ich mir auch nicht vorstellen dort baden zu gehen. Aber diese Woche, sind wir dann doch hin gefahren. Meine Hoffnung war, das man vielleicht langsam den Fluss runter gehen könnte. Aber dem war nicht so. Ich habe all meinen Mut zusammengenommen und bin dann mit runtergeklettert. Unten angekommen, habe ich überlegt, selbst wenn ich jetzt ins Wasser kommen sollte, wie komme ich da jemals wieder raus? Es sieht ja von oben und vom Ufer ganz anders aus als es dann im Wasser ist. Nachdem ich mir alles eine Weile genau angeschaut habe und Alex schon die ersten Bahnen geschwommen ist, bin ich dann doch rein. Ich wollte unbedingt in das Wasser. Wir sind dann mit der Strömung um die Felsen geschwommen, dann kann man erst richtig die Steilwände sehen. Das Wasser ist glockenklar und auf einmal wurde es richtig tief und dunkel. Irre.
Einige Mutige springen die Klippen runter in den tiefen Kessel. Das ist nicht ganz ungefährlich und hat wohl auch schon einige Unfälle gegeben.
Beim Zurückschwimmen merkst du erst die Strömung. Es ist anstrengend, hätte man gar nicht gedacht. Aber es ist unglaublich. Ich bin so froh das ich mich getraut habe. Was für ein Erlebnis da durchzuschwimmen.

Ja, der Schuppenbau geht Stück für Stück voran. Alex ist inzwischen schon fast begeistert, von der Bauweise. Vor allem richtig Klasse ist die Verarbeitung der Sidings. So einfach gemacht, so pflegeleicht und man braucht es nie streichen. Perfekt. Jetzt fehlt nur noch das Dach und eine Tür.

Waldarbeit und andere Dinge

Es gibt leider immer noch genügend Ecken auf unserem Grundstück die aufgeräumt werden wollen. Das heißt meistens Bäume fällen, Feuer machen, Mäh-Arbeiten. Alles ist natürlich immer wetterabhängig. Wir haben den Weg zum Fluss verbreitert, zumindest angefangen. Da neben unserem Haus sehr große Bäume stehen und die nicht nur eine Gefahr fürs Haus sein könnten, sondern wir die Fläche als Einfahrt nutzen wollen, müssen sie weg. Es soll ein Rondell werden. Mountain Movers wird nächstes Jahr die  Baumwurzel rausziehen und die Einfahrt mit Sandsteinen auffüllen. Damit wir nächstes Jahr nicht gleich mit Bäume fällen anfangen müssen, sollen sie jetzt gleich klein gemacht werden. So 3 Bäume am Tag kann man schaffen. Vorausgesetzt das wir Feuer machen dürfen. Aber das Beste überhaupt ist, das Alex mir eine kleine Kettensäge gekauft hat. Endlich kann ich selbständig sägen. Das vereinfacht nicht nur alles sondern wir sind auch viel schneller. Bin stolz wie Oskar.

Wir müssen einen Schuppen bauen. Aber die Baumaterialen und die Art und Weise, wie hier gebaut wird, erfordert Unterstützung. Außerdem haben wir kein Anhänger, geschweige denn eine Anhängerkupplung. Wir sind daher auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Durch ein Kontakt von einem unserer Nachbarn, hätten wir beinahe einen fertigen Schuppen kaufen können. Leider ist der Verkäufer dann doch kurzfristig abgesprungen. Also steht doch an den Schuppen selbst zu bauen. Ich bin sehr gespannt. Alex ist ja ein Freund von Beton, welcher hier wiederum eher selten zum Einsatz kommt. Auch seine so geliebten H-Anker gibt es hier nicht. Ich weiß, es fällt Ihm sehr schwer darauf zu verzichten und den örtlichen Gegebenheiten eine Chance zu geben. Unter Anleitung unseres Nachbars und seiner tatkräftigen Unterstützung entsteht tatsächlich ein kleiner Schuppen.

Da ich nichts dazu beitragen kann, widme ich meine Zeit der Kreativität. Ich habe beschlossen, da die ganzen abgesägten Baumstämme ziemlich doof aussehen, sie zu bemalen. Es soll was farbiges sein und drollig aussehen. Nach einigen Überlegungen habe ich mich für Marienkäfer entschieden.
Da ich malerisch nicht besonders begabt bin, denke ich, ein Marienkäfer sollte machbar sein. Bevor ich aber auf die Baumstämme losgehe, habe ich
auf Papier geübt. Alex hat mich ausgelacht, als ich dann auch noch mit Bleistift auf den Baumstämmen vorgemalt habe. Tja, manch Kleinigkeit kann doch eine
Herausforderung sein. Weil es soviel Spaß gemacht hat, habe ich auch gleich noch Treibholzbretter genommen und auch mit Marienkäfer bemalt.
Ich habe allen Nachbarn eins geschenkt. Nun kann ich zumindest Marienkäfer malen.