Baggern im Modder

Baggern im Modder

ja, was soll ich sagen. Es ist so eingetreten wie vorhergesagt. Die Baggerarbeiten sahen ja vor, das der Lehmboden ums Haus herum endlich glattgezogen werden sollte und mit Mutterboden aufgefüllt werden würde. In der Bauphase damals wurde das zeitlich nicht geschafft oder vielleicht auch von uns nicht bedacht, ohne zu Ahnen was  das für spätere Folgen haben würde. Denn im Sommer ist der Boden so hart und wellig, das man nicht einfach mähen kann. Es ist eine Berg und Talfahrt und nur mit einem Freischneider zu bewältigen.
Um die Mietzeit des Baggers voll auszunutzen hat Alex dann erst einmal, in Hoffnung auf ein Ende des Regens, überflüssige Baumwurzeln ausgegraben.
Das ist grundsätzlich nicht schlecht, aber nun haben wir dort überall tiefe Baggerfurchen. Super.
Gleiches Ergebnis später auch mit dem Glattziehen und Auffüllen ums Haus herum. Ja, das ist jetzt erstmal glatt, nur 2 m weiter, haben wir jetzt  30 cm tiefe Baggerspuren im matschigen Lehmboden. Also, so eine Art Verschlimmbessern. Der Mutterboden ist ebenfalls völlige Matsche, das ein Glatt-Harken undenkbar ist. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ein gewünschtes Ergebnis sich einstellen wird.
Ein weiteres Anliegen, ist die Gestaltung und Befestigung des Einganges. Normalerweise ja nicht so das Problem. Stand ist jetzt, es ist weggebaggert.
Ergebnis = Pampe. Was fehlen Borde und Steine und Beton und überhaupt. Es ist eine Herausforderung, wenn man kein bekanntes Material hat und nicht
das richtige Werkzeug. Plan A ist vorerst, das ich  passende Sandsteine suche. Irgendwo auf dem Grundstück. Am besten im Maß 100 cm x 20 cm x 8 cm und dann können wir sie als Borde nutzen und mittels Beton, welchen wir uns anrühren, als Kante setzen. Sagt mein Mann. Ich bin mir sicher, wir brauchen noch Plan B. We will see.

Ich habe meine Kitchen Aid ausprobiert. Nachdem ich erst googeln musste um herauszufinden wie die Schüssel herauszunehmen ist, ich anschließend umgerechnet habe, wieviel Mehl Trockenhefe  ich in Gramm benötige, wenn die Angabe lautet 1-3/4 to 2-1/4 Cup all-Purpose flour and 1 packet Pizza Yeast lautet, habe ich einen schönen Hefeteig angesetzt. Trotzt der eher kühlen Temperaturen ist er mehr als aufgegangen. Im laufe des Nachmittags viel mir dann ein, das ich überhaupt kein Nudelholz habe und ich erst recht keine Idee habe, wie das wohl in englisch heißen könnte. Rolling Pin. Das Ergebnis war o.k. aber nicht perfekt. Für die Pizza-Esser, die gerne dicken Rand und Teig bevorzugen, wäre er richtig gewesen. Ich arbeite daran.

Heute Nachmittag gehen wir zu unserer Nachbarin. Gartenfest mit Burger essen und Outdoor-Games spielen. Wettervorhersage: Regen unter 1 mm bei 16 Grad.

Regen

Leider verspricht der Tag nicht viel. Es ist Regen angesagt. Das kennen wir gar nicht. Noch nie hatten wir so viele Regentage wie diese Jahr. Musste mir tatsächlich eine Jacke kaufen. Was ist denn blos los hier?
Ich hatte nebenbei zum Glück etwas Büroarbeit zu erledigen. Jedoch die unzureichende Internetverbindung hat mir fast alle Nerven geraubt. Selbst in meinem Außenbüro beim Nachbarn, brach ständig die Verbindung ab. Nach
einer gefühlten Stunde des Wartens um eine email zu versenden, bin ich dann nach Petitcodiac gefahren. Dort hatte ich dann mäßigen Erfolg. Aber wenn man Zeit hat, ist es tragbar. Nervt aber trotzdem.
Um den verregneten Nachmittag rum zu kriegen, habe ich mich in die Küche verzogen und Süßsaure Soße gekocht. Und es regnet einfach weiter.
Freitag morgen stand dann Einiges auf dem Zettel. Ich fuhr nach Riverview. Bargeld holen für den Mutterboden, der heute geliefert werden soll. Ich brauchte ein Küchenwage, damit ich auch mein Mehl abwiegen kann. Naja,
so Kleinigkeiten halt. Alex wartete derweilen auf den bestellten Bagger. Endlich kann er wieder in seinem Element sein und die längst fälligen Arbeiten ums Haus rum erledigen. Als ich jedoch vom Einkaufen zurück kam, saß Alex ziemlich
deprimiert neben dem Bagger. Der sei viel zu klein und damit kann er schon gar nicht Boden verteilen und platt drücken und überhaupt. Brabblebrabble.
Selbst mein mitgebrachter Smoothie konnte da nicht helfen. Kumpel Darren hat aber organisieren können das umgehend ein größerer Bagger gebracht wurde. Während er den Graben ausbaggerte habe ich mittels dem Freischneider
unsere Einfahrt gemäht und so drumherum eben. Es hatte mal aufgehört zu regnen und die Sonne hat sich auch kurz blicken lassen. Die Vorhersage ist allerdings nicht vielversprechend. Es soll weiterhin regnen.
Das würde uns einen schönen Strich durch die Rechnung machen. Baggern im Modder ist blöd.

Überblick verschaffen

Nicht nur die Vorbereitungen und die Reise waren anders als sonst, nein, auch hier in Kanada gab es und gibt es Veränderungen.
Thomas und Marion haben Ihr Haus in der Nachbarschaft verkauft und sind an die Atlantik-Küste gezogen. Don war so nett und hat das Wasser im Haus schon aktiviert. Nicht schlecht ein Klo, was Wasser spült.
In der ersten Nacht war es richtig kalt. Kennen wir gar nicht. Wir haben zwar unsere riesen Bettdecke bezogen, sind ja inzwischen Profis darin, aber wir sind nachts aufgewacht, weil wir gefroren haben. Zum Glück haben wir genug Decken in Haus. Wir sind gleich morgens nach Petitcodiac zum Einkaufen gefahren. Vor allem brauchen wir Benzin, damit wir mähen können. Alex hat auch gleich begonnen und ich habe im Haus Ordnung geschaffen.
Thomas und Marion haben bedingt durch den Umzuges, den Hausstand verkleinert und uns die ein oder anderen nützlichen Dinge ins Haus gestellt. Es was so ein bißchen wie Weihnachten. Auspacken und AAHHH, schön …
Alle Nachbarn kamen über den Tag um uns zu begrüßen. Ohne Abendessen ging es dann zu Bett, weil es einfach schon zu spät war. Ich hasse es wenn ich nichts zu essen bekomme.
Mittwoch fuhren wir dann zu Thomas und Marion um uns Ihr neues Zuhause anzuschauen. Klein aber fein, haben sie sich verändert. Das Grundstück hat nun keinen Wald mehr, der gepflegt werden muss und auch die Auffahrt muss nicht mehr tagelang von Schnee und Eis befreit werden. Jetzt gibt es dafür eine Rasenfläche, wo endlich ein Aufsitzmäher Sinn macht. Der Atlantik ist in 5 Min. zu erreichen und vom Wohnzimmer aus zu sehen.

Auf dem Rückweg waren wir gleich Großeinkauf tätigen. Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Kitchen-Aid und kann endlich selbst Brot backen. Da bin ich als Deutscher doch etwas verwöhnt. Ich kann nicht nur Weißbrot essen. Fuhren also in den Bulk-Barn um diverse Mehlsorten besorgen. Möchte einen Sauerteig ansetzen, sobald die Temperaturen es hergeben. Tja, es ist schon eine kleine Herausforderung. Unglaublich was es dort alles für Spezial-Mehl gibt. als lose Ware. Man füllt sich in Tüten ab, was man möchte und versieht den Beutel mit einer Nummer und wenn man möchte einer Beschreibung. Hat den Vorteil, das man zu Hause auch noch weiß, was was ist. Kenne ich bisher nur für lose Schrauben kaufen.

Alles anders

Alles anders!

Diese Jahr geht es bereits im Juni los. Grund sind die günstigeren Flüge. Die Vorbereitungszeit bis zum Abflug, verlief seltsamerweise völlig stressfrei. Ich war in Sorge. Es ist nichts kaputt gegangen, keine Tiere sind ausgebrochen und alles war organisiert. Eigentlich kein gutes Zeichen. Befürchte, es kommt Schlimmeres.
Charleen war am letzten Wochenende noch zu Hause und wir sind gemeinsam mit dem Zug nach Hamburg gefahren.Dort haben wir uns verabschiedet. Sie ist weiter nach Kiel und wir zum Flughafen. – Nicht über den Kornweg -!
Wir waren mehr als pünktlich da. Gepäck abgeben und das Passieren der Sicherheitskontrollen verlief sehr zügig.
Nirgends mussten wir warten und nichts war zu bemängeln, daher konnten wir uns direkt  um unser Weizenbier kümmern.
Da wir mehr Zeit als gewöhnlich hatten, wurden es auch zwei.
Der Flieger nach Frankfurt war voll besetzt, aber pünktlich. Lediglich das Boarding in Frankfurt verzögerte sich um 30 Min.
Das ist aber für Condor ja nichts. Ein Erschrecken gab es aber doch, als wir unseren Platz einnahmen. Der Flieger war, wie letztes Jahr klein und hatte nur Gemeinschaftsmonitore im Gang. Ich nutzte die Einsteigezeit der anderen Passagiere, um im Internet zu überprüfen welche Reichweite das Flugzeug hat. Aufgrund meiner Recherche hatte ich den Verdacht, dass die Reichweite erneut (wie letztes Jahr) nicht für einen Nonstop-Flug ausreichen wird.

Ich will nicht wieder nach Island.

Der Pilot meldete sich zu Wort, um uns zu begrüßen und um uns mitzuteilen, das wir leider diesen Flieger nutzen müssen, da der Eigentliche mit einer Panne auf Mauritius feststehe. Jaja, letztes Jahr war es Los Angeles. Diese Geschichten kenne
ich. Weitere Informationen würde es später geben. Siehst Du, dachte ich bei mir, wir fliegen garantiert über Island zum Auftanken. Könnte Kotzen.
Wir starteten mit einer halben Stunde Verspätung und unser Pilot teilte mit, das wir dennoch in Halifax pünktlich landen werden. Hmmm? Erst als die Monitore die Flugroute anzeigte, war ich beruhigt. Ich kam zum Ergebnis, das die Fluggesellschaft vermutlich schaut, ob sie einen großen Flieger voll bekommt und sollte das nicht der Fall sein, dann nehmen sie einfach einen Kleinen. Ist natürlich wirtschaftlich richtig. Aber diese Geschichten mit dem ausgefallen Flugzeug, haben wir nun schön öfters zu hören bekommen. Ich als Passagier denke mir, was ist wohl des kleiner Übel für das Ansehen einer Fluggesellschaft? Tut uns leid, der Flieger ist nicht ausreichend gebucht, oder unsere Flotte hat regelmäßigen Ausfall. Ist Beides irgendwie nicht vertrauenserweckend.
Das darf ich jetzt gar nicht schreiben, da unsere Nichtflieger aus unserem Bekanntenkreis sich wieder bestätigt fühlen, das sie Angst vor dem Fliegen haben, weil es viel zu gefährlich sei.
Wir hatten dafür einen extrem ruhigen und pünktlichen Flug. Gut, das Abendessen war wie immer. Nudeln in irgendeiner Soße mit einem extrem dicken, trockenen Laugenbrötchen und dazu viel zu wenig Butter mit einem
seltsamen Stück (Stückchen) Käse. Einen extrem süßen Schoko-Muffin hinterher. Köstlich ist anders, aber wir sind ja auch nur Economy Class.
Selbst das Abholen des Mietwagens verlief zügig. Wir waren im Gegensatz zum letzten Jahr um Mitternacht zu Hause.

Alles anders, eben.