(TS) Tiefenentspannung macht sich bemerkbar

Nachdem nun 4 Wochen unseres Jahresurlaubes vorbei sind, macht sich Tiefenentpannung bemerkbar. Festzustellen war es ganz eindeutig, nachdem ich morgens erst um 8 Uhr aufgewacht bin und mein lieber Alex noch schlief. Ich schlich in die Küche und kochte schon mal Kaffee. Den bereiten wir abends schon vor, da wir keine Kaffeemaschine besitzen, mahlen wir die Bohnen frisch und füllen schon mal den Wasserkocher und der gefüllte Kaffeefilter wird mit einem neonfarbenen Tuch abgedeckt. Die Farbe spielt natürlich keine Rolle, hat sich hier aber so eingebürgert, weil der Satz Tücher den ich gekauft hatte, neonfarben ist. Als ich so wartete das das Wasser durch den Filter läuft und aus dem Fenster schaute, konnte ich eine Weißwedelhirschkuh mit Ihrem Kitz beobachten. Das Kitz lag bei uns im Gras und die Kuh stand ein paar Meter weiter und fraß gemütlich. Meine Sorge, ich würde sie vertreiben, wenn ich nun mit meinem Kaffee auf die Terrasse gehen würde, war völlig unnötig. Sie ließen sich gar nicht stören. Waren keine 30 m entfernt.

Die meditative Arbeit der Bäume ausschneiden hat Alex wohl total runtergefahren. Völlig verschlafen gesellte er sich zu mir und den Hirschen. Die Kolibris sind sehr aktiv und umkreisen uns auf der Terrasse. Auch sie lassen sich durch uns nicht mehr stören.

Die Tiefenentspannung sorgt nun dafür, das ich in aller Seelenruhe die Fenster putze. Man muss sich für die Art der Fenstertechnik hier erstmal eine Routine erarbeiten. Ich war damit quasi den ganzen Tag beschäftigt, incl. der Reinigung der Fliegengitter. Schwubs, schon wieder ein Tag vorbei. Alex hat derweilen weiterhin Bäume ausgeschnitten. Noch mehr Entspannung.

Das tägliche Kochen macht auch Spaß, da man ja genug Zeit hat. Selbst der Abwasch ist entspannend. Wir haben keinen Fernseher, der einen ablenken könnte. Das hat zur Folge, daß man gemeinsam abwäscht und plaudern kann. Irgendwie schön. Auch der Empfang für Telefon und Internet ist hier sehr mäßig. Von geht gar nicht bis geht manchmal ist alles dabei. Das heißt, man ist auch nicht durch Medien oder Internet abgelenkt. Ein bißchen Nachrichten schreiben am späten Nachmittag klappt oftmals, aber mit senden und empfangen von Bildern oder gar Filmchen ist es schwierig. Manchmal hilft es ums Haus zu laufen, wobei da muss man dann sich wieder mit OFF einsprühen, sonst kann das Internetvergnügen schnell zum Kratzalarm werden. Dann kommt natürlich noch dazu, das in Deutschland das Leben bereits 5 Stunden weiter ist. Also viele Nachrichtenempfänger schlafen bereits. Naja, so ist es eben.

Diese TS (Tiefenentspannung) setzt sich auch weiter fort, im Ausdruck von Kreativität. Ein Begrüßungsgeschenk für unserer Nachbarin Trudi, brauchte einen Bilderrahmen. Alex hat sich dazu Treibholz gesammelt und es entsprechend auseinander und zugesägt. Ein kreativer und hübsche Bilderrahmen ist entstanden.

Da wir uns langsam Gedanken über die Gartengestaltung ums Haus machen müssen, haben wir einen Garten und Landschaftsbauer bestellt. (Welch eine Ironie). Wir benötigen eigentlich nur einen Bagger. Den zu bekommen ist hier nicht einfach und sehr kostspielig. Also kommt jetzt Tyler samt Bagger und Mutterboden. Er wird uns im nächsten Jahr unterstützen. Da ich also noch gar keinen Garten habe und nichts was blühlt, habe ich dennoch ein paar kleine Beete für meine paar Blumen angelegt. Ich hoffe auf etwas Farbe und frische Pfefferminz im nächsten Jahr.

Da auch ich ja nun TS bin, sitze ich auf unserer Terrasse und bastel. Die Unmengen von flachen und glatten Steinen hier, und Besuche in Souveniershops, haben mich auf die Idee gebracht, aus Steinen Situationen zu bauen. Kleine Steinmenschen und Tiere in Landschaften, kann man für gar nicht so wenig Geld kaufen. Ich glaub ich kann das auch.

Tiefenentspannung pur.

 

Alltag

Wie kann das hier in Canada aussehen? Am Montag Abend waren wir bei unseren Nachbarn zum Washer spielen eingeladen. Ein typisch canadisches Garten-Gesellschaftsspiel. Zwei Holzkisten mit einem inneren Ring werden im Abstand von 21 Fuss entfernt aufgestellt. In unserem Fall, zwei Pärchen teilen sich jeweils an einer Kiste auf und versuchen dann 4 Scheiben (sehen aus wie große Unterlegscheiben) in die entfernte Kiste zu werfen. Wenn man trifft gibt es einen Punkt und wenn man den inneren Ring trifft gibt es 3 Punkte. Eine zuvor festgelegte Summe an Punkten muss erreicht werden, dann steht der Sieger fest. Auf unserem Grundstück und Wald ist immer was zu tun. Alex hat begonnen die unteren Zweige von Bäumen auszuschneiden um später mal ungehindert durch den Wald zu gehen. Dort im Schatten kann er dann bis mittags vor sich Hinarbeiten. Ich erledige vormittags etwas Büroarbeiten, auch da gibt es immer mal was zu tun. Auch unser anderes Leben geht ja schließlich weiter. Dann gibt es wie zu Hause, Wäsche zu waschen oder etwas zu putzen. Dann schreibe ich auch immer wieder auf Turtle-Rock. Das ist auch nicht mal eben gemacht. Naja und gegen Abend wird dann gekocht und natürlich gegessen. Wie auch zu Hause, kommt hier meistens etwas dazwischen und es wird oft auch spät. Nicht das immer Leute hier bei uns sind, wobei das auch sehr oft der Fall ist, oder wir zu jemanden eingeladen sind, nein, meist gehen äh fahren wir mit dem ATV noch runter an den Fluss um zu baden und etwas die Sonne zu genießen. Das ist immer das schönste am Tag. Was für ein Luxus.

Es sei noch erwähnt, wenn man in Canada eingeladen ist, dann bringt man seine Getränke selbst mit. Ist für uns Deutsche ungewöhnlich, aber inzwischen finden wir ist das eine tolle Sache. Zumal Alkohol in Canada purer Luxus ist.

Freitags muss der Müll vorne an die Hauptstraße gebracht werden. Auch die Mülltrennung ist hier eine andere Geschichte, da muss man sich umgewöhnen. Pfandflaschen bringt man zu Sammelstellen und Plastik/Papier ist ein blauer Müllbeutel und Lebensmittelreste ist ein grüner Beutel. Der weiße Beutel ist dann für das was nicht in die anderen gehört. Zusätzlich kommt dort Glas rein, was kein Pfand ist. Die Beutel in der jeweiligen Farbe muss man sich kaufen. Wir hatten die blauen Säcke unter der Terrasse deponiert. Obwohl wir jegliches Plastik auswaschen oder auch Konservendosen, damit keine Gerüche entstehen, waren alle Beutel angerissen und zerflättert. Wir erklärten uns damit, das wir nicht über Nacht hier waren und sich ein Tier daher ungestört gefühlt hat. Also wurden die angefressenen blauen Müllbeutel in neue blaue Müllbeutel gesteckt. Siehe da, am nächsten Morgen, waren sie wieder zerrissen. Also hier muss eine andere Lösung her. Es ist auch nervig jedes Mal in den Keller zu kriechen, aber zumindest hat es Abhilfe gebracht. Auf Dauer muss hier mal eine Garage her. Für alles was man sich so langsam anschafft. Wipper-Snipper, ATV, Gartengeräte usw. Aber dazu später mehr.

Ja, ich kann also bestätigen, auch hier in Canada kommt man in einen Alltagstrott und denkt sich, was alles zu erledigen ist und wann man das alles schaffen soll. Allerdings scheinen Kanadier das Wort Stress nicht zu kennen. Irgendwie sind sie hier relaxt.

 

 

Jochens Reisebericht 1.Woche

Kanada – New Brunswick – Turtle Rock – Die erste Woche

Sonntag, 08.07.

Aufstehen gegen 10:00, fünf Stunden Schlaf haben erst mal ausgereicht. Fühle mich trotz langer Anreise relativ fit und wach. Jetzt bei Helligkeit kann man das Haus und das Grundstück das erste Mal sehen. Sehr schönes Häuschen mit großem Wohnzimmer-/Küchenbereich, zwei Schlafzimmern und Bad. Veranda mit Blick Richtung Osten auf den größten Teil des Grundstücks, etwas hangabwärts; gerodete Fläche geradeaus, bewachsen mit hohem Gras und Blumen, rechts und links Wald und Erlenbruch. Nach hundert Metern fällt das Grundstück weiter ab in Richtung Überschwemmungsbereich des Pollett River. Hinter dem Häuschen liegt die Collicutt Road, ein befestigter, breiter Waldweg.

Es fällt sofort das Lied eines Vogels auf, das uns von nun an bis zum Ende unseres Urlaubs begleiten wird. Ich würde ihn Fanfarenvogel nennen, er pfeift eine ansteigende Quinte mit einer kurzen Pause, und dann wieder eine absteigende Kadenz, wie ein Hornsignal der Kavallerie, nur langsamer. Zwar sehr eindringlich, aber eigentlich nicht so nervig wie ein Kuckuck oder eine Ringeltaube.

Ich bin gespannt, wie sich die Insektensituation entwickeln wird, habe ja vorab einiges gehört über Pferdebremsen, Dreiecksfliegen und kleine Käfer, die schmerzhaft beißen und stechen sollen.

Auf der Terrasse Kaffee trinken und rauchen, sich Gedanken machen und besprechen, wie der Tag ablaufen soll. So ist die morgendliche Routine auch in den kommenden Tagen.

Heute müssen zunächst Vorräte, Essen und Trinken, gekauft werden. Der Mietwagen muss abgegeben werden.

Marion fährt mit uns nach Moncton, dort gibt Anja den Mietwagen am Flughafen zurück. Dann geht´s zum Einkaufen zum Costco (ein Großmarkt) und in einen Supermarkt. Der erste Eindruck ist schon überwältigend: Die Autos sind meist groß, oft Pickups und Trucks, aber hier sehr zweckmäßig wegen der Straßen-/Wegeverhältnisse. Das Verhalten der Autofahrer hier ist im Gegensatz zu Deutschland sehr rücksichtsvoll und vorsichtig. Man achtet aufeinander, es ist ein Miteinander, kein Drängeln, Pöbeln und Schimpfen. Auf Fußgänger wird in höchstem Maße geachtet.

Beim Einkaufen fällt das sehr freundliche Personal auf, schon beim Betreten der Läden wird man nett begrüßt und nach dem Befinden befragt. Auch die Kundschaft ist sehr rücksichtsvoll untereinander. Man entschuldigt sich beim kleinsten Anlass, wenn der Einkaufswagen im Weg stehen könnte usw.. Kein Vordrängeln oder unachtsames Herumstehen in den Gängen.

Mit vollgeladenem Auto fahren wir zu Thomas und Marion, deren Einkäufe ausladen, anschließend zurück zu Turtle Rock. Den Explorer behalten wir, d.h. Anja und Alex, für den Aufenthalt in Kanada, Thomas und Marion haben noch einen Kleinwagen, den sie in der Zeit benutzen.

Auspacken der Einkäufe und Verstauen im Kühlschrank und in der Vorratsecke.

Später kommen Don und Leslie zum Willkommensbesuch rüber. Don und Leslie sind die Nachbarn zur linken Seite, wenn man von der Veranda aus schaut. Da sie ein wenig länger bleiben, kommen wir etwas spät zum Grillen bei Thomas und Marion. Doch die beiden sind sehr entspannt, allein die Grillkohle wäre fast verglüht. Aber wir konnten unser Fleisch und die Würstchen noch gar bekommen.

Am Abend wieder zu Hause angekommen, schaut Steven mit seiner neuen Freundin Leese und seinem neuen Border Collie-Welpen Caesar mal kurz vorbei. Steven wohnt auf der anderen Seite der Collicutt Road, ca. 150 Meter entfernt. Er hat auf seinem Grundstück keinen Zugang zum Fluss, zwei kleine Häuschen stehen auf einer Lichtung im Wald. Er besitzt ein Quad mit Anhänger, das Alex sich ausleiht, um Fahrten zum Fluss oder Abtransporte von Schnittabfällen zu machen. Ich durfte auch ein paar Mal damit fahren, hatte ich vorher noch nie gemacht. Ist sehr spaßig, und man glaubt nicht, wie geländegängig sowas ist. Hätte nicht gedacht, dass es durch die tiefen Wassergräben auf dem Weg zum Fluss und die steilen Anstiege unmittelbar dahinter zurück zum Cottage kommt. Aber kein Problem.

Montag, 09.07.

Heute wollen wir zum Fluss runter gehen zum Baden. Es ist sehr warm, und eine Abkühlung würde schon gut tun. Also los, vorher mit „Off“, einem bewährten Insektenschutz eingesprüht, wandern wir Richtung Pollett River; wir stellen fest, dass zwei Wasser-/Schlammgräben auf uns warten, die noch vom Winter zurückgeblieben sind, und die durchquert werden wollen. Nichts mit „ich gehe mal eben zum Baden in den Fluss“. Das hatten Anja und Alex so auch noch nicht gehabt. Nach den Matschgräben gehen wir durch hoch gewachsenes Gras bis zum steinigen Ufer des Flusses. Der Pollett River ist zur Zeit an vielen Stellen relativ flach, aber es gibt durchaus auch tiefere, in denen man vollständig baden und schwimmen kann. Hier gibt es auch eine Art „Gegenstromanlage“, in der man gegen die Strömung anschwimmen kann, ohne vom Fleck zu kommen.

Am Abend kommen Thomas und Marion zum Grillen rüber. Wir hatten schon ein Feuer auf der Auffahrt neben dem Häuschen gemacht. Anja sagte, „Pass auf, wenn Marion kommt, sagt sie bestimmt gleich, dass Feuer machen heute verboten ist…“. Bei anhaltender Trockenheit gibt es eine täglich wechselnde Regelung in der Provinz, ob Feuer erlaubt oder verboten ist. Während unseres Aufenthaltes war es meistens verboten, bis auf ein, zwei Tage. Und – tatsächlich, Marion kommt um die Ecke, und was sagt sie als erstes? Genau wie es Anja vorausgesagt hatte.

 

Dienstag, 10.07.

Alex und Anja haben 15. Hochzeitstag. Wir fahren mit GRU 249 (das Auto von Marion und Thomas) u.a. über Schotterpisten durch Heidelbeerfelder und Wälder, wollen zur 45 River Covered Bridge, einer der schönsten Covered Bridges in New Brunswick. Leider ist der Weg gesperrt, so dass wir nicht hinkommen. Wir fahren daher einen anderen Weg weiter Richtung Küste zum Cape Enrage. Dort steht ein berühmter Leuchtturm. Es gibt hier auch eine Seilzuganlage, an die man sich einhängen kann und von Anfang bis zum Ende ca. 300 Meter gleiten kann. Es wird auch angeboten, sich an der Klippe zum Strand abzuseilen, was aber gerade wegen der Flut nicht möglich war. Am Parkplatz treffen wir zwei „Guides“, die auf Besucher warten und Fragen beantworten, bzw. die Sehenswürdigkeiten erklären. Anja kennt die Frau noch von letztem Jahr, als sie mit ihren Eltern hier waren. Der junge Bursche kommt aus Elgin und empfiehlt uns, in Alma im Take-out fish and chips zu essen. Die sticky buns aus der Bäckerei dort seien auch sehr zu empfehlen.

Auf dem Weg Richtung Alma halten wir kurz hinter Cape Enrage am Strand in einer Bucht. Oli sammelt einiges an Treibholz und Steinen als Mitbringsel bzw. Andenken.

In Alma, einem kleinen Fischerdorf, folgen wir dem Rat des „Guides“, gehen in den Take-out und bestellen fish and chips. Da ich leider gerade sehr hungrig bin, nehme ich natürlich die große Portion. Das sind drei große Stücke Fisch mit entsprechender Menge an Panade und eine große Portion Pommes. Ich bekomme das fast auf, bin aber sehr vollgestopft, und meinem Magen steht in den nächsten Stunden eine Menge Arbeit bevor.

Wir gehen in den Hafen auf der Suche nach Fischern, die gerade reingekommen sind und Hummer gefangen haben. Dort ist jedoch nichts weiter los, außer einem Tankwagenfahrer, der gerade ein Fischerboot betankt. Als er uns da so rumstehen sieht, kommt er auf uns zu und fragt, ob wir nicht eines der Boote kaufen möchten. Wir lehnen dankend ab, da wir nur im Urlaub aus Deutschland hier sind, und ein Fischerboot nicht unbedingt gebrauchen können.

Wir gehen schließlich weiter in einen Geschenke-/Souvenirshop und stöbern. Neben dem Eingang steht ein großer Plastik-Elch, mit dem wir einige lustige Bilder machen. Einige Passanten schauen ganz erstaunt (oder pikiert?) zu. Weiter geht´s zu Collin´s Lobster Shop. Wir kaufen etwas Hummer-Fleisch zum Probieren.

Wir fahren über die Road 114 durch den Fundy National Park zurück nach Turtle Rock. Ein Abendessen ist nicht mehr nötig, die fish and chips liegen allen noch im Magen.

Am Abend kommt noch Trudie mit ihrer kleinen Tochter Ramona vorbei, um Anja und Alex zu begrüßen.

Mittwoch, 11.07.

Heute hat jeder seine eigene Arbeit zu erledigen. Alex mäht mit dem Freischneider („whipper-snipper“) das hoch gewachsene Gras und die wilden Blumen auf der Fläche vor dem Cottage. Oli und Anja bauen im Haus IKEA-Schränke auf, und ich bereite einige Tapas vor. Die gibt es heute Abend zur Hochzeitstags-Feier von Anja und Alex, Don und Leslie, und Thomas und Marion, sind zu Gast.

 

Donnerstag, 12.07.

Alex und ich fahren nach Salisbury zum Recyclinghof, um die gefühlten 1000 Dosen und Flaschen abzugeben. So wie man Bier, Wein und Spirituosen nur in bestimmten Läden, „liquor stores“, kaufen kann, kann man das Leergut nur an bestimmten Annahmestellen abgeben. In unserer Nähe gibt es eine in Salisbury und eine in Petitcodiac. Man bringt seine sauberen Flaschen und Dosen am besten abgezählt dorthin, und erhält das entsprechende Pfandgeld zurück.

Alex kauft bei Alf´s Sharpening & Repair Service einen fahrbaren whipper snipper von Cub Cadet.

Später fahren wir zusammen zu den Gibson Falls hinter Elgin, wo ein kleiner Fluss in den Pollett River mündet. Wir gehen durch den Wald zu den Wasserfällen. Teilweise muss man relativ geländegängig sein und dazu schwindelfrei, um an das Wasser zu kommen. Es geht sehr steil nach unten, bloß nicht abrutschen, dann würde man nach einer Schlidderpartie auf den blanken Felsen aufschlagen. Ich habe ordentlich zu tun, um runter ans Wasser zu kommen, liegt aber auch an meinen kaputten Knien. Alex geht da durch mit seinen halb angezogenen Badelatschen, in einer Hand die Trinkflasche, in der anderen die Zigarette.

Am Ende lohnt sich der Weg aber, denn es gibt da ein beeindruckendes Stück Natur zu genießen.

 

Freitag, 13.07.

Vor dem Frühstück mäht Alex das hohe Gras weiter unten auf dem Grundstück.

Am „Magnetic Hill“ bei Moncton, hier erleben wir eine wundersame Fahrt von Geisterhand mit dem Auto. Eine Touristenattraktion, bei der man mit dem Auto ein Stück den Hang hinunter fahren muss. Dann soll man die Automatik neutral stellen, und die Hände vom Lenkrad nehmen. Das Auto wird dann ein ganzes Stück rückwärts den Berg hinauf gezogen wie von einem riesigen Magneten, schon sehr ominös. Von Darren erfahren wir ein paar Tage später, dass das eine optische Täuschung ist, d.h. man rollt nicht den Hang hinauf, sondern hinab. Ich würde da im Nachhinein noch mal hin wollen, um das genauer zu betrachten.

Besuch des Zoos gleich nebenan. Hier hat ein Tigerpaar Nachwuchs bekommen. Ansonsten sind die white-handed Gibbons zu empfehlen.

In einem Baumarkt in Moncton suchen Anja und Alex einen Tisch für die Terrasse. Leider gibt es im Angebot nur noch die Tischplatte, die Beine sind nicht mehr vorrätig, bzw. nicht mehr zu finden. Stattdessen kauft Alex ein Beil. Dass dies sehr stumpf ist und zu nichts weiter zu gebrauchen, sollte sich erst später herausstellen.

In einem Liquor Store spricht uns unvermittelt ein Mitarbeiter fast akzentfrei auf Deutsch an. Er erzählt uns, dass er einige Jahre in Deutschland Eishockey in der zweiten Liga gespielt hat, u.a. in Braunschweig, Hannover, Leipzig und Deggendorf. Habe leider vergessen, nach seinem Namen zu fragen.

Abends grillen wir. Es gibt diese leckeren festen Bratwürste, an denen man ordentlich zu beißen hat. Aber wirklich sehr köstlich.

 

Samstag, 14.07.

Morgens, es ist noch nicht so heiß, harken wir das gemähte Gras zusammen, laden es in den Anhänger, und fahren es mit dem Quad weg. Anja arbeitet mit dem Cub Cadet, bis eine der Radmuttern verlustig geht.

Wir besuchen den Farmer´s Market in Dieppe. In einer Halle ist eine Vielzahl von Ständen aufgebaut, in denen die örtlichen Produkte angeboten werden. Natürlich gibt es auch Essensstände, wir bestellen zwei Mal die Super-Combo als Fingerfood an einem Asia-Stand. Ein sehr leckerer Snack.

Wir fahren weiter Richtung Norden ans Meer bei Cassie Cape an den Strand.

Abends gibt es zu Hause Schweinegeschnetzeltes mit Pilzsauce und Nudeln. Man kann mit den Resten auch gut eine spontan auftretende, nächtliche Hungerattacke bekämpfen.

Sonntag, 15.07.

Heute fahren wir über Miramichi nach Bathurst zum Powwow der Pabineau Mi´kmaq First Nation (siehe auch: www.pabineaufirstnation.ca). Auf dem Weg dorthin sehen wir einen jungen Schwarzbären direkt neben dem Highway im Graben rumschnüffeln. Wir halten an, um ihn zu beobachten, er lässt sich überhaupt nicht stören von uns.

Wir fahren in die Siedlung der Indianer (dieses Wort sollte man im Englischen nicht benutzen, da es negativ behaftet ist) auf einen großen Schotterparkplatz. Es sind schon viele Autos dort geparkt. Wir sehen, wie ein Teilnehmer seinen Federschmuck aus dem Kofferraum auspackt. Es sind zwei Teile, einer für den Kopf und einer für den Hintern. Sieht ein wenig aus wie ein Truthahn. Wir gehen zum Festplatz. Es ist sehr heiß, die Sonne sticht. Gut, dass ich meine Mütze dabei habe. Ein Ring von kleinen Buden um den eigentlichen Platz mit Krimskrams zum Verkauf, eigenhändig hergestelltem Schmuck, Traumfängern, kommerziellen T-Shirts, und Fressbuden. Keine Getränke.

Man hört tatsächlich schon Gesänge und Trommeln, so wie man das aus Filmen kennt. Wir stellen uns in die Nähe des Sammelbereichs am Zugang zum Powwow-Platz. Ein Schamane bietet Olivia eine Säuberungszeremonie an. Er fächert ihr mit einem Vogelfügel Rauch von Süßgräsern zu, mit dem sie sich „waschen“ soll.

In der Mitte des Platzes sind unter einem Dach die Sänger und Trommler untergebracht, kreisförmig umgeben vom Tanzbereich. Eine Lautsprecherdurchsage fordert die Teilnehmer auf, sich am Eingangsbereich zu versammeln und zum Einmarsch vorzubereiten. Die Fahnenträger erhalten ihre Flaggen, die Regenbogenflagge, die Flagge Kanadas, von New Brunswick, und der Pabineau First Nation. Die Veterans, Kriegsteilnehmer teilweise noch aus dem Zweiten Weltkrieg, und der Chief führen den Zug an. Im weiteren Verlauf werden traditionelle Tänze aufgeführt, schließlich können Interessierte sich auch selbst einbringen.

Anschließend fahren wir an der Küste weiter Richtung Osten, an der Chaleur Bay entlang. 20 Kilometer gegenüber in nördlicher Richtung liegt die Gaspé-Halbinsel, bereits Teil von Quebec. Nördlich der Gaspé-Halbinsel liegt der St. Lorenz-Strom. Wir sehen hübsche akadische Siedlungen und Dörfer mit Caraquet als Hauptort. Akadier wurden die ersten französischen Siedler im 17. Jahrhundert genannt, die Gegend heißt entsprechend Akadien. Es gibt eine eigene Flagge mit den französischen Farben und einem 5-zackigen Stern. Diesen Stern sieht man auch an vielen Häusern über oder an der Tür oder an der Hauswand. Ob das in einem Zusammenhang mit Akadien steht, konnte man mir nicht bestätigen. Möglicherweise ist es auch nur der Marienstern, oder einfach nur Zierde.

Langsam kündigt sich der Abend an und wir würden gerne eine Unterkunft finden. Wir fahren auf die akadische Insel Laméque in der Hoffnung, dort ein Motel oder ein Cottage zu bekommen. Es gibt da aber nichts dergleichen. Wir fahren schließlich wieder zurück auf das Festland nach Shippegan. Dort finden wir dann doch ein Motel, das Brise Marine. Der junge Mann an der Rezeption spricht uns auf Französisch an, als er dann merkt, dass wir nur Englisch sprechen, wechselt er. Er sagt, sein Englisch wäre nicht so gut, er versuche es aber trotzdem. In dieser Region New Brunswicks sprechen die meisten Menschen Französisch, sie verstehen aber auch Englisch, bzw. die meisten sprechen es auch mit mehr oder weniger starkem Akzent. Wir bekommen noch zwei Doppelzimmer mit Fernseher.

Das Toilettenpapier ist so dünn, dass man durchgucken kann! Habe ich bisher so noch nicht gesehen.

Im Subway nebenan essen wir zu Abend. Auf dem Zimmer genieße ich eine Kostprobe des kanadischen Fernsehens. Die Hälfte der Sender ist auf Französisch, und auf allen Sendern kommt in kurzen Abständen sehr bunte und nervige Werbung. Ich zappe einige Minuten auf eine Quiz-Sendung mit sehr albernen und aufgedrehten Kandidaten nebst Moderator. Man muss sich an die Art des Fernsehens schon gewöhnen.

So endet unsere erste Woche in Kanada mit einer großen Menge an vielfältigen, neuen Eindrücken, die ich bis heute noch verarbeite. Die Zeit verging so unglaublich schnell. Es ist alles so interessant, dass ich sehr auf die folgenden Tage gespannt bin.

 

 

 

Alleine

So, die Fischer’s sind nun wieder in Deutschland und uns stehen nun, zum ersten Mal, 4 Wochen ALLEINE bevor. Das soll nicht heißen, das ich in Sorge wäre mit Alex 4 Wochen alleine zu verbringen ( 24 Stunden rund um die Uhr und Alles ohne deutsches Lieblingsgetränk ;-))), auf keinen Fall. Wir haben schon so viele Urlaube in Canada alleine verbracht (und überhaupt Zeit in unserem Leben), das ich da völlig sorglos bin. Wir können das und genießen es auch. Es ist das erste Mal in unserem Haus. Alleine für längere Zeit. Also, es könnte sowas wie Alltag entstehen. Ich bin gespannt und freue mich auf die Zeit.

Als erstes steht  an, das neu erworbene Schuhregal aufzubauen und die Bilder an die Wand zu hängen, die ich schon online bei Ikea bestellt hatte. Klappt auch tadellos. Achso, und dann noch der Spiegel. Ja, das ist so eine Sache. Als Alex den Spiegel gesehen hat, fragte er mich, auf seine liebenswürdige Art, ob ich noch ganz dicht bin. Er ist viel zu groß und zu schwer für eine Rigips-Wand und was der für ein Vermögen wohl gekostet hätte. Details werden nicht erwähnt. Völlig frustriert, habe ich den den Spiegel ausgepackt und einfach an die Wand gestellt und mitgeteilt, das Problem gelöst zu haben. Vermutlich sagen Männer zu recht, Ihr Frauen kauft irgendwas und denkt nicht nach und wir Männer können dann zusehen wie wir das Problem lösen. Ich hasse es, wenn er Recht hat. Es gib ja Hohlraumdübel, das wäre ja nicht das Problem, aber die verschwinden ja in der Wand, dann bleibt keine Haken um den Spiegel aufzuhängen. Aber, Alex wäre nicht Alex, wenn er nicht die entscheidene Idee hätte. Mit Unterlegscheiben und Muttern hat es dann doch geklappt. Danke Alex. :-))

Achja, und dann hat unser Nachbar uns geholfen ein gebrauchtes Honda ATV zu kaufen. Nun ist Alex überhaupt der glücklichste Mann auf Erden. Der Spiegel war vergessen.

Da die Wettervorhersage bestimmt, wie der Tag verlaufen wird, planen wir meißt morgens beim Kaffee wie der Tag genutzt wird. Dazu kommt natürlich noch die aktuelle Feuererlaubnis oder Verbot. Das hängt davon ab, wie kalt oder feucht der Tag oder die Nacht war. Wenn dann alle Faktoren zutreffen, dann ist Waldarbeit angesagt. Die Temperatur, spielt dann eher keine Rolle. Im Wald ist es zum Glück meißt schattig. Mittels des neuen ATV konnten wir dann auch alte gefällte Baumstämme aus dem Unterholz ziehen. Man, was für ein Glück das wir ein ATV haben, sonst hätten wir gar nicht im Wald weiterarbeiten können.

Am Wochenende hatten wir dann noch unser Sauerbraten-Essen mit Rotkohl und Knödeln. Unsere Nachbarn waren eingeladen, als Dankeschön für die Hilfe unser Haus winterfest und wieder sommertauglich zu machen. Gut, die Temperaturen waren jetzt nicht wirklich Sauerbraten tauglich. Aber egal, es war köstlich und Marion hat mal wieder die besten Kartoffelklöße gezaubert, die man sich vorstellen kann.

 

 

 

 

Nova Scotia – Teil 2

Am Morgen beobachteten wir ausgiebig ein Murmeltier. Das niedliche Kerlchen ließ sich keineswegs von uns stören. Er putzte sich und schaute und ging ein paar Schritte und putzte sich und schaute und fraß etwas Gras. Drollig. Da fällt einem gleich ein ‚und täglich grüßt das Murmeltier‘. Aber keine Zeit. Einpacken und zum nächsten Ort. Ein Kaffee kaufen und dann ab Richtung Peggys Cove. Auf dem Weg dorthin kommt man an einer der Gedenkstätten des Flugzeugabsturzes des Swissair-Flug 11 vorbei. Ist schon bedrückend dort zu stehen.

Peggy’s Cove ist ein Fischerort mit einem Leuchtturm. Dieser ist eines der am meisten fotografierten Gebäude der atlantischen Seite Kanadas und einer der am meisten wahrgenommenen Leuchttürme der Welt. Aber der Hammer ist die Küste selbst. Riesige Elefantenfelsen brechen die Wellen. Man kann es gar nicht beschreiben. Es ist beeindruckend was die Natur so alles schaffen kann. Uns hat es dort sehr gut gefallen. Vor allem Alex. Er mag ja lieber Steine und nicht so den Sandstrand. Steine sind OK.

Wir fuhren weiter nach Osten. Halifax ist unser Ziel. Im alten Hafen ‚Halifax Harbourwalk‘ finden wir direkt eine Parkplatz. Dort findet man Imbiss-Stände, Geschäfte und Hafenkneipen. Es gibt das Maritime Museum of the Atlantic. (Kanadas Seefahrtgeschichte und Marine, sowie Objekte der Titanic sind dort zu finden)

Unser Weg führt uns zur Zitadelle. Dabei kommen wir an der Residenz des Lieutenant Governor of Nova Scotia. Manchmal dient es auch der englischen Königsfamilie als Wohnsitz.

Gegenüber ist ein Friedhof. Er erinnert an den Krimkrieg 1853 bis 1856. Viele sehr alte Grabsteine sind dort zu sehen. Bedrückend.

Nun geht es aber zur Zitadelle. Buckel hoch – Affenhitze. Wir waren kurz vor 12 Uhr dort. Wir hatten daher die Gelegenheit die Noon Gun zu hören. Die Kanone wird täglich zur Mittagszeit abgefeuert, aus Tradition vom Jahr 1856. Nur nicht an Weihnachten.

Da unser Parkschein nun bald ablief, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hafen. Holten das Auto und hatten nun noch einen Einkauf bei Ikea auf dem Zettel. Eigentlich möchte man das gar nicht erzählen. Ich freute mich, das Marion uns gebeten hatte Ihr etwas mitzubringen, völlig selbstlos willigte ich natürlich ein. Der Ikea ist ziemlich neu in Halifax. Bisher war der nächste in Montreal, keine Ahnung ca. 800 km entfernt. Selbstredend blieben die Männer draußen. Also nicht ganz. Toilette und Hot-Dog ging dann doch. Oliva und Ich sind also in den tiefen des Ikea’s verschwunden.

Zum Abschluss auch noch ein Hot-Dog. Hatten noch gar nichts gegessen. Leider sind die Hotdogs nicht so gut. Es gibt noch nicht mal Gurken oder Zwiebeln. Nur Relish aus der Tüte. Wir hatten nun noch reichlich Zeit um Olivia und Jochen zum Flughafen zu bringen. Eigentlich hätten sie erst um 19 Uhr da sein müssen. Wir kauften noch etwas zu Essen und Trinken und fuhren dann aber doch zum Flughafen. An der schattigen Smoking-Area setzten wir die beiden ab. Sie versicherten uns, sie hätten alles was sie brauchen und zum Lesen wäre auch genug da. Da wir noch gut 2,5 bis 3 Stunden Autofahrt vor uns hatten, waren wir darüber nicht traurig. Wir verabschiedeten uns und ich muss sagen, dass war schon ein komisches Gefühl. Wir sind zum ersten Mal nicht in die Tiefgarage um unseren Mietwagen abzugeben, sondern zum Abflugterminal gefahren und wir sagen Tschüss und guten Flug und fahren einfach nach Turtle-Rock. Seltsam aber absolut erfreulich. Gegen 19.30 Uhr waren wir dann zu Hause.

Eine bittere Nachricht für Jochen und Olivia. Der Flug hat schon wieder Verspätung. 2 Stunden. Der Anschlussflug von Frankfurt nach Hamburg nicht mehr erreichbar und die nächsten Flüge keine Plätze frei. Mit 6 Stunden Verspätung in der Gesamtreisezeit kamen sie dann irgendwann in Deutschland an.

 

Nova Scotia – Teil 1

Das Ende naht. In ein paar Tagen steht für Olivia und Jochen der Rückflug nach Deutschland an. Am Sonntag haben wir auf Alex sein 50.ten angestoßen, waren bei Thomas und Marion zum Pizza-Essen eingeladen. Unsere Nachbarn haben wir am Abend zur After-Dinner-Party eingeladen. Bei Snaks und kühlen Getränken haben wir ein paar schöne Stunden mit allen verbracht.

Am Montag sind wir dann früh aufgebrochen. Unser Ziel ist die Ostküste von Nova Scotia. Wir fahren über Moncton Richtung Amherst und weiter nach Truro. Dort biegen wir dann ab nach Westen, Richtung Windsor. Wir biegen ab nach Süden auf die 14 Richtung Chester. Es geht quer durchs Land. Hoch und runter, viele Kurven. Es macht richtig Spaß Auto zu fahren. Wir halten uns wieder westlich und fahren auf der Küstenstraße Richtung Lunenburg (Unesco). Lunenburg ist Kanadas älteste deutsche Siedlung mit Fischerei und Schiffbautradition. Es wurde anfangs von den sogenannten Foreign Protestant bevölkert. Lord Cornwallis versprach freie Religionsausübung. Später kamen fast ausschließlich Deutsche nach Lunenburg. Lunenburg ist bekannt für seine Werften und ist Heimathafen der Bluenose und Bluenose II. Hier wurde der Rose (größte Holzschiff der Welt, welches noch in Betrieb ist) und der Bounty (Meuterei auf der Bounty) gebaut.

Wir haben im Hafen ein Bier getrunken und haben uns das malerische, bunte Städchen angeschaut. Da wir uns noch eine Unterkunft für die Nacht suchen mußten, machten wir uns dann auch auf den Weg. Wieder zurück auf die Küstenstraße Richtung Halifax. Mal schauen was wir so finden an Unterkünften. Ich wollte ungern wieder in ein Motel und hoffte schwer auf ein kleines Cottage am Meer. Das wäre toll. Es muss natürlich bezahlbar sein. Es ist eine sehr schöne Küste und es stehen sehr viele schöne Häuser dort und es sieht nicht günsitg aus. Also das ist jetzt doch eher Timmendorf, aber nicht so überlaufen. Was ich meine, hier wohnen durchaus reichere Menschen. Manche von Ihnen haben einfach auf einer vorgelagerten Insel Ihr Reich geschaffen. Während wir also der Küste folgten, wurde es vor uns auf einmal trübe. Wir dachten an Waldbrand. Vor 3 Minuten hatten wir 30 Grad und blauen Himmel, auf einmal 20 Grad und Nebel. Wir fanden tatsächlich an der Margarets Bay am Bouitiliers Point ein Cottage am Wasser. Zwei Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Bad und eine kleine Veranda. Im nächsten Ort könnten wir einkaufen und holten alles was man zum Grillen benötigt und ruckizucki war ein Abendessen fertig. Da wir nicht die entsprechende Kleidung für Nebel eingepackt hatten, mußte Jochen aushelfen. Er hatte ja seine komplette Kleidung / Gepäck dabei. Er lieh Alex dieses herrliche grüne Hemd, was Ihm außerordentlich gut steht. Also alle mal nicht wundern. Es ist nicht Alex seins. Falls Fragen aufkommen, wollte ich das bemerkt haben.

 

 

Hopewell Rock und Softeis

Es nützt ja alles nichts, aber wir fahren mal wieder nach Hopewell Rock. Es ist schon etwas, was man gesehen haben sollte und wir wollen es Jochen und Olivia auf keinen Fall vorenthalten.  Die Wettervorhersage ist perfekt. 30 Grad und Sonnenschein. Ebbe zwischen ab 11 Uhr. Besser könnten die Voraussetzungen nicht sein. Wir fahren über Riverview / Moncton. In Riverview halten wir noch am Ufer des Petitcodiac an. Kleine Geschichts-Stunde wird einem durch Schautafeln dort gewährt. Zweimal täglich wirbeln 100 Milliarden Tonnen Wasser aus dem Atlantik Ihren weg von der Bay of Fundy den Petitcodiac River hoch – rein. Die Wassermenge ist gleichzusetzen aller Flüsse der Welt die einen 24-Stunden-Fluss haben.

Der Fluss hat eine extreme Vielfalt an Mineralen. 1848 entdeckte der berühmte Wissenschaftler Abraham Gesner, Erfinder von Kerosin, eine bituminöses Mineral namens Albertite. Im Laufen von 30 Jahren wurden mehr als 200.000 Tonnen Albertite nach Bosten ausgeliefert.

1937 entdeckte ein Arbeiter das Skelett eines fast vollständig erhaltenen Masodon. Man glaubt es ist über 37.000 Jahr alt. Besichtigen kann man es in Saint John im New Brunswick Museum

In einem kleinen Laden an der Ecke gibt es alles von, mit und über Ahornsirup. Bei einem kleinen Besuch, fand Jochen ein Buch, in sogar 2. Auflage, das darüber berichtet, was man aus überfahrenden Tieren alles machen kann. Eine Art Kochbuch. Was es alles gibt?

Weiter ging es dann nach Hopewell-Rocks. Ein Spaziergang auf dem Grund der Bay of Fundy, ein obligatorisches Softeis und dann zurück nach Turtle-Rock. Um nicht den gleichen Weg zweimal zu fahren, schauen wir, nach einer Möglichkeit durchs Land zu fahren. Wichtig ist, immer genug Sprit im Tank und die Kühltasche mit Getränken voll. Ich wusste das im nächsten Ort auf jeden Fall eine Tankstelle mit einem integrierten Liquor-Shop ist, daher war ich sorglos. Zu meinem Entsetzen, war die Tankstelle geschlossen. Es gab sie einfach nicht mehr. Das ist das Schlimmste was einem passieren kann. Egal wegen Tanken – aber Verdursten – geht ja nun gar nicht. Es sind auch nicht all zu viele größere, bzw. überhaupt Orte auf der Strecke gelegen. Aber wir hatten mal wieder Glück. Am anderen Ende des Ortes waren wir dann erfolgreich. Somit konnten wir völlig sorglos den Heimweg antreten. Durch Wald, auf Schotterstraßen über Höhenzüge und Täler. Eine schöne Strecke, wenn nur diese Hitze nicht wäre :-))). Nein wir wollen auf keinen Fall meckern. Wetter wollten wir doch alle haben. Nun ist er da, der Sommer.

Heute Abend brauchen wir nicht kochen. Wir sind bei unseren Nachbarn – Darran und Holly zum Grillen eingeladen. Ein sehr netter und lustiger Abend. Schön das wir sie kennengelernt haben.

 

Urlaub – Arbeit – Activity

Nicht alles was Urlaub heißt, ist es auch. Hihi. Es stand der Tag an, es war nicht ganz so heiß wie sonst und es hatte auch in der Nacht geregnet, das die Chancen gut stehen würden, etwas Waldarbeit zu machen. Leider konnten wir Jochen und Olivia davor nicht bewahren und freuten uns auf Ihre Hilfe. Bei um die 25 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 97 % ging es an die Arbeit. Wie vertraut es mir war und anstrengend es ist. Unsere Gäste waren uns eine riesige Hilfe, so hatten wir auf einer Fläche von ca. 350 m² Erlen rausgeschnitten und tote Bäume gefällt und zu drei großen Haufen aufgebahrt. Warteten nun auf 14 Uhr, weil dann veröffentlicht wird ob es eine Feuererlaubnis, oder Verbot gibt. Wie zu erwarten war, hatten wir für die nächsten 24 Stunden Brenngenehmigung. Wer dachte, das die anstrengende Arbeit erledigt sei und sich nun auf ’nur Feuer machen‘ freute, ist glaube ich ziemlich schnell eines Besseren belehrt worden. Bei der Hitze ist es richtig anstrengend. Man kann trinken so viel man will, man schwitzt es direkt aus. Toilettengang unnötig.

Vielen Dank nochmal an Olivia und Jochen für Ihre tatkräftige Unterstützung. Alleine hätten wir zwei Tage gebraucht. Ihr seid immer wieder herzlich eingeladen zum Waldaufräumen :-))

Am Abend haben wir Thomas und Marion zum Activity – Spielen eingeladen. Wir spielten bis nach Mitternacht. Selten so viel gelacht wie an diesem Abend. Einfach köstlich – lustig. Ich sage nur Kaumuskel.

Da am Morgen die 24 Stunden Brennerlaubnis ja noch nicht abgelaufen war, haben wir schnell nochmal Gebrannt und Jochen hat mit Alex 2 große Lerchen gefällt. Dann war aber genug gearbeitet. Es war so warm, das wir dann nach Elgin zum Baden gefahren sind. Da macht Urlaub doch gleich wieder Spaß.

 

Powwow in Basthurst

Auf an die Nordspitze von New Brunswick. Um rechtzeitig zum Powwow in der Nähe von Basthurst anzukommen, fuhren wir zeitig los. Auf die 126 Richtung Norden. Eine gut 3 stündige Fahrt lag vor uns. Man könnte meinen, es geht nur geradeaus.

Ziemlich genau drei Stunden später waren wir dann auch vor Ort. Auf dem Weg dahin, sind wir tatsächlich einem kleinen Schwarzbären begegnet. Er schnüffelte am Straßenrand und ließ sich nicht von uns stören. Also, wie man sich denken kann, war es schon eine etwas einsamere Gegend so durchs Land.

Ein Powwow ist übrigens ein Treffen von nordamerikanischen Indianern, aber auch Indianer und Nicht-Indianer feiern zusammen Powwow um zu tanzen, singen und Ihre Kulturen zu ehren.

In Deutschland finden auch Powows statt. Meistens von den amerkanisch-indianischen Soldaten, die in Deutschland stationiert sind. Finde ich persönlich ja schön, das sie auch dort Ihre Kulturen weiter verfolgen und pflegen. Was ich aber extrem dämlich finde, die deutschen Hobbyisten. Es gibt tatsächlich Menschen, die spielen das Leben der früheren Indianer nach und wollen dann bei den echten Kulturbegegnungen mitmachen. Manch einem ist aber auch nichts heilig. Zu Recht sind diese Hobby-Indianer beim Powwow nicht gerne gesehen.

Wir fanden es jedenfalls sehr interessant. Auf jeden Fall habe ich zum ersten mal in meinem Leben einen echten Häuptling gesehen und die netten Indianer gingen mit der Feder rum und mit Süßgras um sich zu reinigen und zur energetischen Aufladung. Das Süßgras ist von großer Bedeutung. Es wird zu einem Zopf gebunden und getrocknet. Auch in Nordeuropa wurde es einst bei Zeremonien für die nordische Göttin Freya genutzt. Hmmm. Vielleicht sollte ich mal ein Gräser-Beet anlegen, wegen der Reinigung meine ich.

Wir fuhren nun weiter die Küste entlang Richtung Caraquet um den ultimativen Schlafplatz am Wasser zu finden. Vielleicht ein kleines Cottage oder so. . .

Nach einigen Kilometern und vergeblicher Suche, sind wir dann in Shippagan gelandet. Weit und breit kein Schlafplatz zu finden. Unglaublich. Das wäre so, als würde es in Timmendorf kein Hotel geben. Wir haben dann das Motel im Ort gefunden und bezogen. Dann ab zu Subway zum Abendessen. Ich mag solche Ausflüge, wenn man morgens noch nicht weiß, was abends los ist. Wo man ist und was man isst.

Morgens sind wir dann weiter auf die Küstenstraße Richtung Süden. Pokemouche, Miramichi,Pointe-Sapin (nördlich vom Nationalpark Kouchibouguac). Ein Strand lud zur kurzen Rast ein, etwas Baden und Sonne tanken. Über Richibucto und Bouctouche fuhren wir dann über Nebenstraßen im Hinterland Richtung Turtle-Rock. Dort stehen sehr viele große und hübsche Häuser. Der Reichtum kommt hier vom Hummerfang. Unglaublich.

Das Fahren mit Karte und wenn man möchte auch mit Navi stellte uns jedoch vor ungeahnten Herausforderungen. Wenn man nicht sich an Himmelsrichtungen orientiert, dann kann man schnell vom Weg abkommen. Oft steht nicht der nächste Ort dran, also meißtens nicht. Dafür finden sich aber Straßen-Nr. mit Himmelsrichtungen als Angabe. Doch auch diese sind durchaus verwirrend, wenn man z.b. ganz genau weiß das man nach Norden fährt, und das Straßenschild sagt zb. die 11 Süd. Wir sind zur Erkenntnis gekommen, das die Straße irgendwann wohl nach Süden gehen wird und es wird schon passen.

Wir hatten zwei schöne Tage mit viel Spaß und Powwow!