Hopewell Rock und Cape Enrage

Die Wettervorhersage ist perfekt. 26 – 28 Grad, blaue Himmel — Wir fahren nach Hopewell Rock. Diesen Ausflug sollte man auf jeden Fall bei schönstem Wetter machen. Wenn gegen späten Vormittag (das ist vom Datum abhängig) die Ebbe die Atlantik-Küste erreicht, kann man zu den beindruckenden Hopewell Rocks heruntergehen. Hier an der canadischen Küste ist die größte Thiede der Welt zu sehen, bis zu 18 m Unterschied, kann es zwischen Ebbe und Flut sein.

Entlang der Küste auf der 915 Süd, kommt man nach Cape Enrage. Dort befindet sich der älteste Leuchtturm von NB. Es ist eine wunderschöne Aussicht. Wir waren dort bereits vor Jahren schon einmal. Mit Thomas und Marion, jedoch war die Aussicht vom Leuchtturm für mich das erste mal. Damals erinnere ich mich, musste ich ganz dringend in den Restroom. Ein unglaublicher Druck in meinem Inneren, zwang mich vom Strand über 60 Stufen und einen kleinen Fußmarsch, zurück zum Parkplatz. Glaubt mir, da hätte nichts dazwischen kommen dürfen. Details lasse ich besser aus.

Schön daher, das ich es in diesem Jahr unbeschwert genießen konnte.

Noch schöner, das wir an diesem Tag zum Essen bei Thomas und Marion eingeladen sind. Somit konnten wir den diesen herrlichen Tag entspannt ausklingen lassen. Ein kleines Lagerfeuer und ein guter Tropfen hat alles abgerundet! Danke für die Einlandung.

 

 

 

Busy, busy, busy

Es ist ja irre, wie die Zeit rennt. Irgendwie ist man immer beschäftigt. Obwohl alles grundsätzliche ja fertig ist, stellen sich andere Routine-Arbeiten ein. Ein Tag habe ich dann mal Haushalt gemacht. Also den neuen Staubsauger austesten und die Dusche mal so richtig putzen. Alex derweilen im „Garten“. Ein paar Bäume fällen oder beschneiden geht immer. Es sind ja noch genügend da. Aber jetzt geht es um die schöne Aussicht und nicht um etwas fällen zu müssen.

Meine Eltern waren 5 Tage alleine unterwegs. Eine Tour über PEI weiter mit der Fähre nach Nova Scotia, führte sie in die Weiten Canadas.

Die Temperaturen stiegen. Die Woche war es sehr heiß. Da eines Nachmittags mal Gewitter und etwas Regen war, durften wir am folgenden Tag endlich mal Feuer machen. Na das war ja mal was. Es hat sich soviel, auch vom letzten Jahr noch, angesammelt, das wir dringend darauf warteten, endlich brennen. Da es jedoch so viele Bäume waren, durften wir auf das ATV unseres Nachbarn`s Steven zurückgreifen. Damit hat Alex dann die großen Bäume in eine Grube um in der Nähe, zwecks Entsorgung, hinziehen können. Das macht natürlich mehr Freude als Feuer machen.

Ich dagegen, durfte mich um den Kleinkram kümmern und habe gebrannt. Allmächtiger, war das heiß. Ich habe noch nie in meinem Leben so geschwitzt. Auch nicht in der Sauna. Über 6 Stunden lang. Das hat mit Lagerfeuerromantik überhaupt nichts zu tun. Mit der Zeit entwickelte ich eine Technik, die mir dank des erheblichen Rauches einen Schatten vor die Sonne zog, das man es dort dann aushalten konnte. Gegen Nachmittag, kurz bevor mein Kopf zu platzen drohte, fuhr Alex mit mir, auf dem ATV an unseren Fluss. Der Weg ist bereits befahrbar. Das Wasser hätte, nach meinem Empfinden kälter als 23 Grad sein können.

Den anderen Tag, habe ich mir dann mal unsere Fenster angeschaut. Bisher nur oberflächlich gereinigt, wollte ich mir die Technik mal genauer anschauen. Da hier alle Fenster Fliegengitter haben, muss es irgendeinen Trick geben, ohne groß rumzuschrauben, um die Dinger sauber zu bekommen. Vorsichtige Versuche brachten dann zumindest einen Zwischenerfolg. Es ist tatsächlich total einfach die Dinger rauszubekommen. Nach einigen Gründlichen Wäschen, war der Bau-Schmutz dann auch endlich weg. Die Fenster und Rahmen geputzt und schon wieder geschwitzt wie ein Hähnchen auf dem Grill.

Dann natürlich Rasen mähen nicht vergessen.

Achja, und an einem Tag ging es mal wieder nach Moncton zum Einkaufen. Da Alex am Samstag seinen Geburtstag feiern möchte, mussten ein paar Kleinigkeiten eingekauft werden. Seltsamerweise, standen wir urplötzlich an einem Laden, die neben Motorrädern auch rein zufällig ATV`s verkaufen. Ein besonders schönes Exemplar, gebraucht, ist gerade gestern reingekommen. Obwohl sie hier nicht so teuer sind, wie in Deutschland, würde es unsere Urlaubskasse dennoch sprengen. Schade.

Am Mittwoch, war es dann so heißt, das Steven uns eingeladen hat, mit Ihm nach Shediac / Caissie Cape zum Baden zu fahren. Etwas im Atlantik plantschen und den Bauch verbrennen. Die Wassertemperatur im Atlantik liegt so bei 22 – 23 Grad. Kann man sehr gut aushalten.

An Alex seinem Geburtstag haben wir erst noch einmal Feuer gemacht und am Abend kamen alle Nachbarn. Es war ein schöner Abend.

Da meine Eltern in den nächsten Tagen zurückfliegen, haben wir den Sonntag genutzt um noch einmal zum schwimmen zu fahren, an den Atlantic. Einen Abstecher in Shediac, beim größten Lobster der Welt bis nach Bouctouche auf die Düne zum Baden.

Es stellt sich alles irgendwie ein, obwohl man auch hier sein Tun hat, ist es trotzdem Urlaub. Alles macht den Kopf so frei und alles wird nach dem Wetter und der Laune entschieden. Es gibt kein Muss, nur noch Kann. Ich möchte nicht nach Hause, ich bin bereits zu Hause. Es ist jetzt kein gemietetes Ferienhaus mehr. Die Zeit wird kommen! Ich weiß es.

 

Thomas und Marion

Wer sind eigentlich Thomas und Marion? Normalerweise versuche ich mich kurz zu halten, gelingt mir leider nicht immer. Aber in diesem Fall werde ich etwas weiter ausholen müssen, um die Zusammenhänge zu erklären.

Um die Jahrtausendwende, kam es in einem Gespräch von Alex und mir, zu dem Satz „Wenn auswandern, dann nach Canada“. Obwohl ich nie dagewesen bin, hatte ich eine genaue Vorstellung, da ich als Kind immer „Den Mann aus den Bergen“ geschaut habe. 2001 hatten wir die Flugtickets gekauft und wollten mal schauen, was geht. Wir flogen nach Calgary, besuchten Bekannte in Pincher Creek und in Saskatchewan. Schauten uns die Rockys an und waren verliebt.

Monate später, wie es der Zufall wollte, hatte ich anschließend einen Rhetorik-Kurs bei meinem damaligen Arbeitgeber. Der Kursleiter hatte auf seinen Unterlagen eine Absenderadresse aus Canada, New Denver in BC. Ich sprach Ihn daraufhin an und wir kamen ins Gespräch. Wir sollten Ihn doch mal besuchen kommen, wenn wir nochmals nach Canada kämen. Der Einladung wollten wir gerne nachkommen und er erklärte sich bereit uns evtl. beim Einwandern zu unterstützen. Er hätte geraden mit einem anderen deutschen Pärchen zu tun, die Einwandern würden und er könne einen Kontakt herstellen. Auch dieses Angebot nahmen wir gerne an und ich telefonierte eines abends, lange mit einem Mann aus Süd-Deutschland namens Thomas. Wir erfuhren das sie dieses Jahr im Sommer auswandern werden.

Wir sollten doch einfach mal in Canada vorbeikommen, wenn wir das nächste mal dort wären. Gesagt getan und 3 Tage nach deren Einwanderung standen wir in BC Slocan Valley vor der Tür.

Das war der Anfang einer bis heute anhaltender Freundschaft. Es kam uns so vor, als würden wir uns schon ewig kennen. Die Jahre vergingen. Inzwischen sind es 15 davon und auch wenn wir es anfangs nicht schafften jedes Jahr nach Canada zu kommen, waren wir immer in Kontakt.

 

2007 besuchten wir Thomas und Marion zum ersten mal in New Brunswick. Thomas hat sich beruflich verändert und dadurch zogen sie aus den Rockys nach NB. Obwohl wir inzwischen einen Permanent Resident Antrag erfolglos hinter uns gebracht hatten und einen zweiten aus privaten Gründen zurückgezogen hatten, waren wir an einem Leben in Canada weiterhin interessiert. Wie und wann offen. Ob, war keine Frage. Wir schauten immer wieder nach Häuschen, Grundstücken, Ideen und Möglichkeiten einen Weg zu finden, in Canada leben zu können.

2012 waren wir im Mai wieder zu Besuch bei Thomas und Marion, die uns immer herzlich aufgenommen haben und uns eine erholsame Zeit ermöglichten. Viele gemeinsame Ausflüge, Gespräche, Abenteuer und leckere, lustige Abende haben wir miteinander verbracht. . .

Da ergab es sich, das auf der anderen Fluss-Seite ein Grundstück zu verkaufen war. 2 ha mit Flussufer. Ein Stück Wald. Wir überlegten lange hin und her. Sollen wir es kaufen. Wollen wir es wagen, wie können wir so schnell finanziell flüssig werden? Und Und Und. Und, wir kauften es. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Möglich war das nur, durch die unkonventionelle Unterstützung von Alex Eltern. Denn ein Kredit in Deutschland aufnehmen, für ein Stück Land auf einem anderen Kontinent ist nicht möglich. Somit unterschrieben wir und waren fortan, stolze Besitzer eines Stück Landes von Nordamerika. Hört sich komisch an, ist aber so.

Dank Thomas und Marion, konnten wir hier den Kaufvertrag abwickeln, ohne Vor-Ort zu sein. Man braucht auch einen Notar / Anwalt, man benötigt ein Konto ( was ohne einen Bürgen auch nicht so einfach ist), Unterschriften und so weiter. Vermutlich wäre es auch ohne Ihr Zutun voran gekommen, aber alles mit viel mehr Aufwand und Komplikationen. Was ein Glück, haben wir die Beiden. ?

 

Erst zwei Jahre später, konnten wir unseren eigenen Grund und Boden betreten. Unglaublich!

Obwohl wir nicht wussten, ob oder wann wir hier jemals ein Häuschen bauen würden, beschlossen wir, das Grundstück zu roden. Somit verbrachten wir unseren Jahresurlaub mit Bäume fällen und Bäume fällen und Bäume fällen und natürlich sie zu verbrennen. Angefangen mit einer Einfahrt, dann eine Fläche für ein mögliches Haus und dann noch etwas für die Aussicht. Während wir in dieser Zeit bei Thomas und Marion hervorragend untergebracht und vor allem versorgt waren, schafften wir im ersten Jahr fast alles Notwendige. Auch wenn es körperliche Arbeit war und mit einem Strand- oder Abenteurer-Urlaub nicht zu vergleichen war, sind es die schönsten Urlaube, die wir je verbracht haben. Bisher.

Marion hat uns versorgt wir im Hotel. Betten bezogen, Wäsche gewaschen, Essen gekocht (was immer hervorragend war und heute noch ist!) Wir konnten Ihr Auto und Werkzeug benutzen, was eine riesen Hilfe war. Das heißt für mich, ich brauchte mich um all diese Hausarbeiten nicht kümmern, das ist schon Urlaub genug für mich. Danke dafür, liebe Marion.

Da das Schicksal es dann doch mit uns gut meinte, konnten wir das Jahr darauf, tatsächlich anfangen ein Haus zu planen und zu bauen. Da begann auch Turtle-Rock.

Ich könnte noch viele lustige Geschichten über uns und Thomas und Marion erzählen, die aber den Rahmen sprengen würden. Das ließt sich vermutlich niemand durch, der uns nicht kennt. Die sind auch nicht wichtig, nur drollig. Wie z.B. Marion und Alex ein ganz Besonderes Verhältnis haben. Denn wer Alex kennt, der weiß genau, das er sich nichts sagen lässt, aber Marion kann das! Es ist so eine Art Hass-Liebe, glaube ich. Zwischen Schatzi und können wir Ihn nicht irgendwo aussetzen, bleibt viel Raum zur Spekulation. Immer wenn Marion und ich planen alleine nach Moncton zum shoppen zu fahren, entscheidet Alex kurzfristig, doch mitzukommen. Thomas hingegen hat mit Sicherheit eine bedeutende Erklärung, warum er uns leider heute nicht begleiten kann. Ihr müsstet Marions Gesicht sehen, wenn sie Alex auf der Rückbank sitzen sieht. Und, glaubt mir, wenn wir nach Stunden zurück sind, ist Alex am jammern, warum er nicht besser daheim geblieben ist. Es ist immer das Selbe. Herrlich.

Aber, was wir eigentlich sagen wollten, wir sind so dankbar, diese Beiden „Thomas und Marion“ kennengelernt zu haben. Ohne Ihr jahrelanges Zutun und Unterstützung in jeglicher Art, hätten wir es niemals so weit geschafft. Jedenfalls nicht in der Zeit und nicht durch viele Kleinigkeiten, die uns viel Geld erspart haben. Wir freuen uns nun auf die nächsten Jahre, die nun anders laufen, weil auch wir sie mal zu uns einladen können oder wir sie unterstützen können, wenn etwas zu Tun ist, was mit 8 Händen leichter geht, als mit 4 Händen.

Ein Hoch auf Thomas und Marion.

Von Po zu Poesie

Der Himmel im Morgengrauen, kein Sonnenschein durchdringt den Himmel.
Der Duft von frischen Kaffee berührt Deine noch trägen Sinne.

Ein Vogel singt zaghaft im sonst stillen Grün.
Dein Inneres Ich, hofft auf ein frischen Tag, Wolken dürfen sich am Himmel bilden

Ein befriedigendes Gefühl kommt auf.

Ein Feuer soll lodern, heiß soll es sein, mit dem Duft von Off und beißenden Insekten.
Klebrige Haut und nach Qualm stinkende Hemdchen werden Dich sanft umhüllen.

Kein Gedanke ist mehr verbunden, mit deinem Sein. Der Geruch Deiner selbst bringt Dich in Ekstase.

Ein erfrischendes Bad am Abend im längst ruhenden Fluss. Bei Mondschein auf deiner nassen Haut die kleinen Bremsen sitzen sehen … Umhüllt Dich wie ein warmer Sommerregen.

In morgendlichen Gedanken, tief versunken.
Der Himmel öffnet sich, Sonnenstrahlen durchdringen die dicke Wolkendecke

Erst nur ein kleiner Schein, oh nein.
Die so ersehnten Wölkchen machen sich auf den Weg, der azurblaue Himmel zeigt

Sich in seiner ganzen Kraft
Hatte ich doch so an mein Feuer gedacht. Der ganze Traum ist nun von dannen.
Kein Feuer mit den trockenen Tannen.
Ein Gnadenbaum nun fallen muss, für diesen endlosen Verdruss.

Poesie nicht ohne Po, dann ist es ebenso.
Geliebter sei so gut, geh in den Wald mit all deinem Mut und Tue, was ein Mann eben Tuen muss.
Hole Deinem geliebten Weib ein Po. Gerettet ist der Tag dann so.

Alma – Atlantik – Abenteuer

Die Wettervorhersage ist perfekt. 26 Grad es soll warm werden. Heute geht es nun endlich nach Alma. Heute fährt mein Vater. Er soll sich an Land, Straßen, Regeln gewöhnen damit wir Ihn unbesorgt auch alleine loslassen können. Wir haben uns dazu eine Route ausgesucht, die Ihn fordern wird. Südlich von Elgin führt eine Gravel-Road (unbefestigte Straße für Autos zugelassen) Richtung Süden über Erhöhungen und Brücken, durch den Nationalpark Fundy zum Atlantik in die kleine Hafenstadt Alma. Nach ca. 5 km kommt man oben auf einen Berg an, der umgeben ist von Blaubeerfeldern mit einer Aussicht bis fast nach Moncton. Es ist nur grün. Ich muss hier unbedingt mal im Indian-Summer hin. Das ist bestimmt prächtig, wenn sich die „Ahornse“ alle rot verfärben.(unbedingt auf die To-Do-Liste schreiben).

Ich schätze mal so ca. 10 km weiter durch die Wildnis kommt die 45 Covered-Bridge die über den 45 River führt, was für ein Zufall (muss ich mal recherchieren, warum das so heißt).

Wer meinen Vater kennt, ahnt schon, das eine Fahrt wie diese, bildlich festgehalten werden muss. Es gibt daher etliche Beweise wie diese Straßen hier in Canada aussehen können.

In Alma angekommen, sind wir in den Hafen gegangen. Es war bereits später Vormittag. Die Flut kam und die Fischer konnten mit Ihren Booten wieder anlegen. Wir hatten Glück. Der erste Hummer-Fischer machte mit seinen erfolgreichen Fang an der Kai-Mauer fest um zu löschen. Was ein Glück für meinen Vater. Neugierig wie er ist, stand er direkt neben den Kisten und hatte seinen Fotoapparat parat für das perfekte Hummer-Bild. Er fragte den Fischer was er in den Kisten hätten, die waren nämlich nicht einzusehen. Dieser öffnete eine Kiste, stellte sie in Position, holte einen äußerst stattlichen Hummer heraus und legte Ihn ins rechte Licht, damit man Ihn schön fotografieren konnte. Zum vergleich daneben noch ein Baby-Lobster. Also das war jetzt kein Baby, aber bei vielen Dingen wird Baby genutzt um die Größe zu definieren. Baby-Barn, Baby-Gun und eben ein Baby-Lobster.

Es ist der 10.Juli. Da wir heute Hochzeitstag haben, luden meine Eltern uns zum Mittag Essen ein. Ein kleines Hafenrestaurant am Atlantik mit Blick auf den Hafen. (geheiratet haben wir 2003 in British Columbia am Slocan bei Thomas und Marion. Sie sind unsere Trauzeugen) Ursprünglich wollten wir hier eigentlich Hummer kaufen und abends essen. Aber nein, meine Eltern bestanden darauf. Warum wurde mir Ihr erst später klar. Ich unterstelle Ihn mal, es war eher aus Eigeninteresse, denn sie lieben Fish and Chips. Genau „Jenes“ gibt es hier in einer vorzüglichen Form. Kleine Info noch am Rande. Wenn man im Restaurant isst, dann sollte man unbedingt an Trinkgeld denken. 15 % auf die Rechnungssumme sind die unterste Grenze. 18 % bis 20 % sind üblich, sofern man zufrieden ist. Die Bedienungen müssen hier davon leben.

Ich erklärte meinen Eltern, das die Kanadier sehr rücksichtsvoll im Straßenverkehr sind. Steht man als Fussgänger am Straßenrand, dann halten die Autos an, damit du die Straße sicher passieren kannst. Also wenn Du gar nicht rüber willst, solltest du Dich auch eindeutig positionieren, dass eben nicht der Anschein erweckt wird, das Du über die Straße möchtest. Jedenfalls hat mein Vater es in kürzester Zeit geschafft, das alle Autos im Zentrum von Alma standen, weil er ausparken und wenden wollte…

Der Kanadier wartet geduldig. Gedanken kann man natürlich nicht lesen.

 

 

Leider schönes Wetter

 

Eigentlich wollten wir nach Alma fahren, an den Atlantik. Jedoch war es morgens bewölkt und es hieß, wir dürfen brennen. Planänderung. Alex viel ein paar abgestorbene Bäume und ich begann meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Feuer machen und die Baumreste vom letzten Jahr zu verbrennen. Ein 10 cm² großes Stück Papier reichte aus und es brannte so dermaßen schnell, das ich den Plan schnell verworfen habe und mich damit beschäftigte es wieder auszubekommen. Mein Papa half mir. Es war einfach zu trocken und einen Waldbrand in Kauf nehmen, auch ein seltsamerweise erlaubten, wollten wir denn doch nicht riskieren. Die Wolken verschwanden rasch und wir beschlossen, doch eher einen Badetag einzulegen.

Wir fuhren Richtung Elgin, dort fließt auch der Pollett-River entlang, aber man hat direkten Zugang von der Straße. Es ist seicht und toll zum Baden. Glockenklares erfrischendes Wasser. Einfach herrlich. Meine Eltern haben es sehr genossen und hatten einen Heidenspass. Eine junge Frau am Ufer stand auf und fing an zu klatschen, als sie sah, wie meine Mutter durch den Fluss watete. Sie fand es sehr beeindruckend wohl, das sie in Ihrem Alter so mutig ist.

Nachmittags sind wir zu Marion und Thomas rübergefahren. Marion hat einen hervorragenden Blaubeerkuchen gebacken. Ein schöner Nachmittag mit netten Gesprächen und alten gemeinsamen Erinnerungen.

Den Abend haben wir mit Mondaufgang und Wildnis-Beobachtungen verbracht. Hunderte von Glühwürmchen (Fire-Flys) luden zum Tanz ein.

 

 

 

 

 

Gäste erwartet …

Am Donnerstag sind meine Eltern in Hamburg gestartet. Über Island nach Halifax. Da haben wir einen Mietwagen gebucht den sie ohne Probleme in Empfang genommen haben. Aufgrund der späten Uhrzeit, schickten wir sie nur noch bis Truro in Nova Scotia in ein Motel. Die Fahrt bis zu uns ist zwar nicht so weit, aber 2 -3 Stunden sollte man schon einplanen und wenn man sich dann noch nicht auskennt, ist es besser ausgeschlafen die Reise weiterzuführen.

Alex und ich nutzen den Vormittag noch für eher kleine Dinge. Etwas einkaufen, Betten beziehen, Fenster putzen und warten, warten, warten. Irgendwann auch hoffen, das alles gut klappt. Meine Eltern sind schließlich Mitte 70 und da ist es schon ein riesen Abenteuer. Aber Dank TOMTOM, kein Problem. Der kleine, nagelneue Jeep hat sie pünktlich um 12 Uhr auf unseren Hof gelenkt. Was eine Freude und auch ein seltsames Gefühl, Besuch im eigenen Heim zu bekommen, aber auf einem anderen Kontinent.

 

Samstag fuhren wir, wie immer, nach Moncton-Dieppe (das ist ein französischer Stadtteil von Moncton) zum Farmers-Markt. Dort gibt es Leckereien, Handwerkskunst, Obst und Gemüse aus der Region, Marmelade, Seife, Brot, Fleisch und so vieles mehr. Beim Essen draußen, saß eine alte Lady. Wie wir es schon so oft erlebt haben, wird man direkt angesprochen, vermutlich weil man an der Sprache erkennt das wir keine Kanadier sind. Martha, ist in den USA geboren und als Säugling mit Ihren Eltern nach Kanada ausgewandert. Ihre Großeltern waren Engländer. Sie ist 87 Jahre, war nie verheiratet und lebt alleine. In kürzester Zeit kennt man das halbe Leben. Sie war Krankenschwester, hat bei den Indianern gearbeitet und kann fast nichts mehr sehen. Wir grüßen an dieser Stelle Martha und wünschen Ihr noch ein langes Leben, wobei, mit dem Ehemann wird es wohl eher eng werden.

Am Nachmittag kam noch mehr Besuch. Thomas und Marion als Gäste, auch mal was ganz Anderes, haben wir unseren neuen Schwenkgrill eingeweiht. Allerdings sehr unverständlich, warum der so klein ist, ganz im Gegensatz zu allen anderen Dingen, die es in dem großen Land gibt, ist eigentlich alles ja eher über dimensioniert. Aber zum Glück habe ich ja einen Monster Backofen. Der ist echt genial, passt auf das du keine Fehler machst und stellt Fragen über die Anzahl Bleche im Ofen und ermittelt, dann sein Backprogramm. Mit seiner Unterstützung konnten wir gleichzeitig alles fertig garen. Lecker Steak’s und Wurst.

Details nötig, für Männer komplett unverständlich

Klorollenhalter, Kerzenständer und Zahnputzbecher. Ich persönlich frage mich, wie man diese Dinge als unnötig bezeichnen kann! Gemütlichkeit geht doch vor. Während Alex sich mit den Abflüssen beschäftigt und andere Detail-Arbeiten ausführt, ( wer Ihn kennt, weiß was ich meine) steigt im Gegensatz zu Ihm, meine Laune und Euphorie ins Unermessliche. Es ist doch so schön etwas zu dekorieren und wenn es nur ein Teelicht ist.

Für mich auch wichtig, Filzgleiter unter die Stühle zu kleben, die Küchenschränke sinnvoll nach Thematiken einzuräumen und die Betten beziehen. Ja, das ist ein Spaß. Hier in Canada, bereits erwähnt, gibt es Betten die Heißen Queen oder King-Size. Dazu gibt es passende Bettwäsche. Das kauft sich nicht nur anders ein, als bei uns in Deutschland, es ist auch eine Aktion die Betten zu beziehen. Besser ist es die Arbeit zu zweit zu erledigen. Also, Alex von seiner Wasseranschlussaufgabe abrufen und Hilfe anfordern. Er freut sich doch bestimmt, dachte ich jedenfalls. Eher ist es dann so, das er wohl laut gedacht hat: „ Was kann die eigentlich alleine“

Die Bettdecken sind in einem Stück. Also wenn das Bett 2 m breit ist, dann ist es auch 2 m lang. Demzufolge ist die Bettdecke, die ja für beide Insassen / Inliegenden in diesem Fall über 2 breit ist. Ich weiß jetzt nicht wieviel, aber bestimmt 40 cm. So, und jetzt mal los. Das ist ein wahrer Spaß die Decke in den Bezug zu bekommen. Auch hier könnte ich ins Detail gehen, lasse aber an dieser Stelle Raum für Phantasien …..

 

Zu guter Letzt, haben wir jedoch alles geschafft. Die Türen sind gestrichen eingebaut und funktionieren. Ha, sie machen sich auf und zu. Mein neuer Backofen ist genial. Er denkt mit und schreibt mir im Display was ich machen soll. Hat so gut geklappt, das wir beim ersten Kochen gleich die Feuermelder austesten konnten. Denn diese gingen an. Funktionieren einwandfrei. Was leider Leergeld war, das wir beim Anschalten der Sicherungen und damit auch der Wasserpumpe, nicht bedacht haben eine richtige Reihenfolge einzuhalten. Somit, war in dem Wasserspeicher kein Wasser und die Heizeinheit ist durchgebrannt. Also kein warmes Wasser und ein Anruf beim Plumber unseres Vertrauens. Er kam umgehend und hat 400 CAD kassiert. Aua.

Für heute ist Feierabend. Wir erwarten morgen früh meine Eltern. Unsere ersten Gäste. Dann fängt der Urlaub an.

Punktlandung

Nun ist bereits eine Woche vergangen. Die ersten Tage haben wir uns mit Aufbau von allen Möbeln

Beschäftigt. Aber damit ist es ja nicht getan. Alles muss positioniert und justiert werden. Stunden kann man mit Montage von Türgriffen verbringen. Vor allem, wenn man die mitgelieferte Messleiste erst einmal verstehen muss und wieder mal was für mich. Alles in cm umrechnen, damit es in meine Birne geht, wie es zu nutzen ist.

Am 1. Juli war Feiertag. Canada- Day. In diesem Jahr feiert Canada seine 150 Jahre Bestehen.

Kanada feiert Geburtstag. Am 1. Juli 2017 wird der zweitgrößte Staat der Erde 150 Jahre alt – der sogenannte Canada Day. Parks Canada feiert dieses Jubiläum mit einem ganz besonderen Angebot: freier Eintritt zu Nationalparks und historischen Ausflugszielen für das ganze Jahr 2017. Warum nicht die nächste Ski-Reise nach Kanada mit etwas Kultur verbinden?

44 Nationalparks, darunter La Maurice in Québec, wo sich die ersten indigenen Siedler vor über 5000 Jahren niederließen, und 168 Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Laurier Haus in Ottawa, Ontario, in dem zwei kanadische Prime Minister lebten, bieten nächstes Jahr einige Gründe mehr den Skiurlaub nach Nordamerika zu verlegen.

 Unsere Nachbarn waren alle zur Begrüßung da und haben uns eine Canada-Flagge an unser Turtle-Rock gebaut. Echt nett. Das haben alle Kanadier an diesem Tag. Mind.

Die Tage waren lang. Wir sind gegen 6 Uhr aufgestanden um den ganzen Tag zu nutzen. Bis spät am Abend wurde gebaut. Dringend werden Türen gebraucht. Vor allem für das Badezimmer. Ist echt doof, wenn man alle aus dem Haus bitten muss, weil man mal aufs Örtchen muss…

Aber das stellt man sich so einfach vor. Wir wussten nur das wir Prehang-Door brauchen. D.h. die Scharniere sind eingebaut. (Also für uns gefühlt nichts Außergewöhnliches) . Nachbar Dave wollte uns helfen sie zu besorgen und einzubauen. Jedoch waren seine Kontakte nur zu Plastik-Türen und andere hätten 4 – 6 Wochen Lieferzeit. Wir wollten Holztüren haben. Diese sind nur leider nicht Prehang. D.h. man muss sich ein Kid kaufen, was es ermöglicht die Bereiche für Scharniere und Türgriffe etc. auszusägen. Da das alles sehr aufwendig und unsicher erscheint, hat der Baumarkt unseres Vertrauens für ein kleines Geldchen, diese Arbeit übernommen. Da aber Feiertag und Wochenende ist, wird es erst am Montag etwas.  

Am Sonntag haben, zum Glück, hier die Geschäfte auf. Somit nutzen wir die Zeit um ausgiebig shoppen zu gehen. Der Zettel für Dinge die man braucht (kauft keine unnötigen Sachen) war sehr voll. Es war der Tag, auf den ich mich seit Jahren gefreut habe. Alles einmal neu zu kaufen, nichts geschenktes, vererbtes oder von Mutti aus dem Schrank. Fühlt sich so ein bisschen an, wie zu Hause auszuziehen und die erste gemeinsame Wohnung einzurichten.

Aber, nach Stunden des shoppen´s, wird es irgendwann nervig. So viele Dinge finden, entscheiden, kaufen macht nicht so viel Spaß wie anfangs gedacht. Ich wünschte es gebe ein schwedisches Möbelhaus in der Nähe. Naja, das Auto war zumindest bis unter die Hutkrempe voll. Alex war reichlich genervt. Obwohl, er hatte die Wahl. Er hätte auch im Garten mähen können.

 

 

Endlich Canada 2017! Was bisher geschah …

Hallo liebe Turtle-Rock Fans.

Es ist wieder soweit. 1 Jahr ist ins Land gezogen und es scheint als wären wir gar nicht weg gewesen. Inzwischen sind wir nun seit knapp einer Woche in Canada, hatten aber so viel zu erledigen, das ich erst heute zum Schreiben komme.

Nachdem wir im letzten Jahr das Häuschen leer verlassen haben, stand natürlich für diese Jahr der Einzug bevor. d.h. es muss möbliert werden. Den Winter habe ich dazu genutzt eine Küche zu entwerfen, sämtliche Pläne in cm umzurechnen (und das ausgerechnet ich, die so ein Mathegenie ist). Anschließend war ich m schwedischen Möbelhaus um sich anzuschauen, was ich bestellen kann. Denn das geht auch in Canada. Nachdem ich in deutsch, mit dem deutschen Küchenplaner alles entworfen hatte, musste ich leider feststellen, das diese Arbeit umsonst war, denn kaum etwas ist identisch mit dem schwedischen Möbelhaus  in Canada. Naja, zum Üben. Ich könnte alleine darüber ein Roman schreiben, aber das will keiner wissen. Zumindest hat alles geklappt, ich hatte einen netten Sachbearbeiter namens Justin, der mich über Monate des Planen und Einkaufens und dem Bezahlen vertrauensvoll begleitet hat.

In Canada selber hatte ich die beste Unterstützung von Marion und unserer Nachbarin Leslie. Die haben nicht nur die Waren angenommen, sondern auch ca. 100 Kartons katalogisiert, sortiert und verteilt.

Nun konnte unserem Urlaub nichts mehr im Wege stehen. Wir haben mal wieder einen straffen Zeitplan, da wir unsere ersten Gäste erwarten. Knapp 10 Tage um alle Schränke aufzubauen und mit Inhalt zu bestücken. Lampen kaufen und anbauen…. und ganz wichtig 3 Zimmertüren besorgen, streichen und einbauen.

Wir starteten pünktlich in Hamburg. Den Kornweg haben wir dieses Jahr ausgelassen. Waren in Sorge das die Bahn pünktlich bzw. überhaupt fährt. Schließlich ist ja das riesen Event in Hamburg (G20) sag ich nur. Jochenwar so nett uns zum Flughafen zu bringen. Hausbesetzer sind einquartiert und dann ging es auch los. Ausnahmsweise, ohne besonderen Vorkommnisse flogen wir nach Halifax. Leider wurde die Airline gewechselt, und dann ging auch noch das Medienprogramm im Flieger nicht. Somit wurde es ein Flug ohne Unterhaltung, mit einer Stunde Verspätung. Gegen 22.00 Uhr Ortszeit, also 3 Uhr nach deutscher Zeit waren wir dann in Moncton, wo Thomas und Marion uns abgeholt haben. Was für ein langer Tag. Der kommende Tag wird noch stressig, da wir bis nachmittags die Schränke für die E-Geräte aufbauen müssen, weil unser Elektriker nur noch dann Zeit hat. Na das wurde ein Spass.