Jetzt wird es schier gemacht!

Schier ist so ein schönes Wort und hat soviel Bedeutung. Das in englisch zu übersetzen ist fast nicht möglich. Kann keiner was mit anfangen. Aber bei uns wurde heute angefangen ‚SCHIER‘ zu machen. In der Frühe waren wir erstmal laufen. Das viele Essen, trinken und sitzen in Saint John müssen nun wieder ausgeglichen werden. Extrem schwere Beine und schwüle Luft morgens um 8 Uhr haben es nicht zum Vergnügen gemacht. Da MM heute angemeldet ist mit seinem Bagger und wir noch zwei Bäume beseitigen müssen, die wir ungerne fallen lassen wollen, müssen wir zeitig los. Der 30 t Bagger ist genau Alex seine Abteilung. Es ist eine wahre Wonne zuzuschauen, was der so weg schafft. Kein Vergleich zur Arbeit mit Kettensäge und Handarbeit. Natürlich, wie immer ein Feuer machen, damit alles gleich weg ist.

Ein Problem grundsätzlich ist, wenn man so im Wald arbeitet, das sich eine natürlich Notdurft einstellt. Da bin ich persönlich Spezialist drin. Wenn es dann nicht mehr aufzuhalten ist, dann muss man sich ein schmuckes Plätzchen suchen. Ich habe da ja kein Problem mein Geschäft auch im Wald zu erledigen. Ich meine nicht das Kleine im Gegensatz zu meinem Mann. Das wirklich schlimme daran ist, das man nicht so schnell sein kann, wie die Moskitos dein Vorhaben auf dem Zettel haben. Ich glaube, die sitzen den ganzen Tag rum und warten nur darauf dass irgendjemand seine Hose fallen lässt. In Sekunden wir der Allerwerteste (der nicht mit Off behandelt wurde) derartig attackiert, das du nur noch hoffen kannst, erstens, schnell Dein Geschäft zu erledigen und  zweitens After Bite im Rucksack zu haben. Das nur mal eben nebenbei bemerkt.

Wie gesagt. MM ist vor Ort mit seinem Bagger. David hat gestern versprochen, das Alex auch mal baggern darf – und – er hat Wort gehalten.

Wie kleine Jungs eben so sind.

inzwischen sind aus dem damaligen 60 m Einfahrt bestimmt schon 120 m geworden. Morgen schauen wir nach, wie es mit Sandstein auf dem Weg ausschaut.

 

Grillfete und Ausflug nach St. John

 

Nachdem wir die letzte Woche mit Bäume fällen und Brennen verbracht haben, waren wir am Freitag noch in Moncton um nun doch eine Dusche zu kaufen. Etwas Grillgut und Getränke für unsere kleine Fete am Samstag. Wir haben unsere Nachbarn auf eine Bratwurst eingeladen. Gern getrunken wird hier offensichtlich Wodka mit Saft und natürlich Bier. Zum Glück hat alles gereicht und es war ein netter Abend.

Sontag wollten wir ursprünglich arbeiten gehen. Bis ein neuer Plan aufkam. Da wir am Montag ursprünglich nach St. John wollten, weil der Fiat nicht mehr den Kofferraum aufmacht (nächste Fiat Werkstatt), haben wir beschlossen schon am Sonntag zu fahren, uns ein Hotel suchen und einen Bummel durch die Pubs von St. John machen. Dem geschah dann auch so. Auf der Hinfahrt haben wir ein ‚Pferdchen‘ gemacht. Ich kannte den Ausdruck nicht und Marion hat sich halb tot gelacht. Weil das heißt Fährtchen! Das heißt, man fährt nicht den Weg über die Autobahn sondern Landstraße. Das mit 4 Leuten im kleinen Fiat ist echt lustig.

Fähren im Inland von Canada sind meistens kostenlos. Selbst im Winter wird die Spur im See von Eis freigehalten.

In St. John waren wir bei den  Reversing Falls.  Das sind Stromschnellen im Mündungsbereich des Saint John Rivers in die Bay of Fundy. Sie befinden sich bei Saint John in der Provinz New Brunswick. Durch den in dieser Bucht außergewöhnlich großen Tidenhub kehrt sich die Fließrichtung des Saint John River im Mündungsbereich abhängig von den Gezeiten um. Eine felsige Schwelle im Flussbett (Upper Falls) und eine sich anschließende enge Schlucht (Lower Falls) verringern den Abflussquerschnitt und verstärken die Strömung derart, dass sowohl bei Ebbe als auch bei Flut Fließgefälle und folglich Stromschnellen entstehen, jeweils in die entgegengesetzte Richtung. Ein gefahrloser Schiffsverkehr ist in diesem Flußteil nur in den Zeiten mit schwacher Strömung zwischen Ebbe und Flut möglich.

Zu Fuss ging es dann durch die ‚Altstadt‘ von Saint John. Gemütliches Treiben, denn es ist Sonntag und nicht viele Leute sind unterwegs. Es gab Fish and Chips und Bier. Zu später Stunde sind wir noch einmal zurück in Hafen. Thomas konnte sich nicht verkneifen noch eine frittierte Eiskugel zu genießen und war selig. Eine super nette Bedienung mit einer erotischen Stimme und dann noch diese Eiskugel. Unser Hotelzimmer war mit zwei Doppelbetten bestückt. Man kommt sich vor wie in einem Hostel. Beim ersten Betreten von dem Zimmer haben wir die Klimaanlage eingestellt, die vorhandenen Fenster kann man, bis auf einem Spalt von 20 cm nicht öffnen. Die Luft stand förmlich im Raum. Nach ca. 6 Stunden kamen wir zurück und es war richtig kalt. Da fragt man sich, wer hat eigentlich diese dämliche Klimaanlage angestellt. Wir haben alle einigermaßen geschlafen und sind zeitig aufgewacht. Um kurz nach acht waren wir bereits in der Markthalle. Leider wohl zu früh, weil es war da wirklich noch kein Betrieb.

Der älteste Bauernmarkt Nordamerikas bildet das Herz von Saint John, New Brunswick. Die Stadt zählte einst zu den bedeutendsten Schiffbauzentren der Welt – eine Tatsache, an die bis heute das Dach der Markthalle erinnert, das einem umgedrehten Schiffskiel ähnelt.

Heute hat diese Hommage an die Vergangenheit vor allem nostalgischen Wert. Der Markt war ursprünglich für den Kauf, Verkauf und Tauschhandel von regionalen Bauernprodukten, Fleisch und Fisch, hausgemachten Kuchen und Kunsthandwerk gedacht, ist im Laufe der Jahre jedoch deutlich expandiert. An den Ständen stehen immer noch Fleischer, Wursthersteller, Fischhändler, Verkäufer aus handwerklichen Käsereien, Obst- und Delikatessenhändler, Bäcker und viele andere Anbieter – doch haben sie heute regionale, nationale und internationale Spezialitäten aus aller Welt im Angebot. Von britischem Erbsenpüree und koreanischem Ginseng-Tee bis hin zu fangfrischem Fisch: Ein Besuch auf dem Markt ist ein Muss für alle, die auf der Suche nach Zutaten für das nächste Picknick oder einem originellen Gericht für die Mittagspause sind.

Im Biergarten saß ein Pärchen neben uns. Der junge Mann bestellte sich ein Weizenbier. (ist nicht so üblich in Canada) Wir haben genau beobachtet, ob er wohl weiß wie er es einzuschenken hat. Zu unserer Verwunderung hat er alles richtig gemacht. Alex sprach Ihn dann doch an. Fragte ob er deutsch sprechen würde. Seine Antwort ‚Nein‘. Er war aber beruflich längere Zeit in Deutschland und liebt Weizenbier. Weizenbier – schrei nach mir !!!

Achja. Fast vergessen. Der Elektriker war da. Was ein Glück, das wir das nicht selbst gemacht haben.

und ich habe mir die günstigste, bunteste und kitschigste Kolibritränke gekauft die es gibt und ich bin extrem stolz darauf endlich eine zu besitzen.

Kolibri-Tränke
Kolibri-Tränke

 

 

Happy Birthday ‚Alex‘

Da meiner lieber Schatz heute Geburtstag hat, haben wir aufgrund der Zeitverschiebung gestern schon anfangen können den Geburtstag zu feiern.  Alex und ich waren bei uns. Haben den Tag mit Waldaufräumen und natürlich mit Feuer machen verbracht. Wieder waren wir morgens bergauf Laufen  und haben es bereut. Die Beine sind schwer wie Blei. Es gibt auch Bilder von der erledigten Arbeit, allerdings für den Betrachter nicht ersichtlich was wir geschafft haben. Wollte ja auch nur mal jammern.

Jedenfalls, da ja Brennen heute erlaubt war, bot sich die Gelegenheit ein Steak zu grillen. Das setzt aber voraus das  wieder ein Feuer gemacht werden muss. Zum Glück hat diesen Part Thomas übernommen. Hatte genug Feuer heute. Ich habe den Moment genutzt für eine Dusche. Dieser Schweiß vermischt mit OFF und Feuer ist unerträglich. Es juckt und stinkt einfach. Aber was ein Glück, da ja das Grillfeuer inzwischen brannte, konnte ich den frischen Duschduft direkt mit dem scheinbar eher üblichen Feuerduft übertünchen. Parfüm wäre hier echt Verschwendung.

Marion und ich haben das Steak-Grillen heute übernommen. Beim letzten Mal waren sie etwas zu lange auf dem Feuer. Aber mit der Theorie ‚Umdrehen wenn der Fleischsaft herauskommt und nur ein mal drehen bitte‘ sind sie nahezu perfekt geworden. Dazu super leckere Salate. Ich soll dazu sagen, die Äpfel sind kein Obstsalat sondern Marions Paprikasalat mit geräuchertem Gauda, Zwiebeln, Apfel und eigentlich Wallnüssen (nicht vorrätig) stattdessen mit Pistazien. Extrem lecker und vor allem absolut LowCarb.

Den Abend haben wir mit ‚Quatschen‘ verbracht und mit Getränken. Marion war etwas angeheitert und wollte nicht so richtig ins Bett. Wir haben daher beschlossen, morgen an Alex seinem Geburtstag einfach mal etwas länger zu schlafen. Als jedoch morgens um 7 Uhr das Telefon klingelte, waren wir alle wach und jeder wusste, dass konnte nur Manfred sein (hatten wir schon mal). Alex sein Vater wollte der Erste sein der gratuliert. Das wäre das erste Mal gewesen, das wir länger geschlafen hätten. Zu allem Unglück regnet es. Es blitzt und donnert. Thomas muss heute arbeiten. Er ist nach Fredericton. Wir frühstücken zeitig (waren ja eh alle wach) und überlegten was wir denn nun machen könnten.

Alex hat den Lachs überprüft. Der Räuchervorgang scheint abgeschlossen. Sieht gut aus.

erster geräucherter Lachs
erster geräucherter Lachs

 

Das Telefon klingelte weiter. Etliche WhatsApp Glückwünsche haben Alex erreicht. Deshalb ein gemeinsames Dankeschön für die Glückwünsche an Jochen und Olivia, Doris und Börni, Micha und Sylvia, Ronny, Uwe, Charleen, Horst und Traudel, Manfred und Magda und alle die noch kommen.

Zwischenzeitlich kam auch ein Anruf von unserem Plumber. Er hat uns sein Angebot telefonisch gegeben, weil er keine email senden kann, weil jemand der es kann, dessen Schwester leider krank ist. Häh? o.k. zum Glück gibt es ja Telefon.

Alex hatte einfach Langeweile. Wer Ihn kennt, weiß das er dann unausstehlich ist. Daher hat niemand widersprochen, als er bei Gewitter und Regen doch auf unser Grundstück fuhr um irgendwas zu arbeiten. Als Geburtstagsessen gibt es heute Schnitzel. Das ist ja mal was. Ursprünglich war eigentlich geplant nach Moncton zu fahren um Sushi zu essen, da Thomas aber unterwegs ist, werden wir das verschieben. Bericht folgt!

 

Regen – Wasser – Dusche – Küche und erste Möbel

 

Am Freitag war der Plumber vor Ort. Er wird uns ein Angebot erstellen für die Wasser- / Abwasserleitungen. Wir werden wohl doch nicht über Wassertanks im Keller rumkommen. Geplant war von uns ein Durchlauferhitzer einzusetzen, allerdings ist das Grundwasser so kalt, das der es nicht schafft es auf angenehme Temperatur zu bringen. Auch auf einen Kühlschrank mit Eiswürfelmaschine muss ich leider verzichten. Da wir ja nicht dauerhaft das Häuschen nutzen können, ist es problematisch das Wasser herauszubekommen. Schade – Schade – Schade.

Entscheidungen über eine Dusche müssen getroffen werden, damit er weiß wo die Anschlüsse hinkommen. Das Fliesen von Duschen gibt es hier zwar ist aber eher unüblich. Dafür gibt es komplett fertige Duschkabinen. Aus mehreren Teilen und manchmal auch aus nur einem Stück gegossen. ( Marion sagt, ist besser sauber zu halten). Jedoch das wirklich passende und bezahlbare zu finden stellt sich als Herausforderung heraus. Wir haben uns für eine Eckdusche entschieden. Das muss erst einmal reichen.

Damit der Elektriker weiß wo die Kabel für die Küche hin sollen, mussten wir am Wochenende die Küche planen. Diese Umrechnerei von Inch/ Zoll in cm, nervt echt. Der Isolierfritze teilte dazu noch mit, das die Innenwände nur aus Rigips sein werden. Demzufolge werden ich, um Alex seine Nerven zu schonen, auf Hängeschränke verzichten. Dafür haben wir unsere ersten Möbel gekauft. Alex hat den Tisch gleich aufgebaut. Allerdings ist er überzeugt, das die Produktion extra bei unserem Tisch, ein Bein kürzer gebaut hat als alle anderen 100.000 Tische. Marion und ich konnten es nicht glauben. Haben etwas am Tischbein rumgebogen und siehe da. Es passt.

Freitag haben wir reichlich Grünzeug verbrennen können. Somit sah es wieder etwas aufgeräumt aus.  Hier kann man schauen ob man Feuer machen darf.http://www.gnb.ca/public/fire-feu/dbpmap-e.asp Es fehlen nun noch 3 Bäume. Bei 2 brauchen wir aber evtl. Hilfe von Thomas, denn sie müssen perfekt fallen. Samstag früh waren wir joggen. Das war keine gute Idee. Wir hatten so lahme Beine. Anschließend haben wir die Bäume gefällt. Dank der Keile hat es genau gepasst. Marion und ich haben dann zwei Feuer gemacht und gebrannt. Nachmittag haben wir dann noch bei Thomas und Marion ein Feuer gemacht um ein paar Würstchen zum Abendessen zu grillen und dazu lecker Sauerkraut.

Sonntag hat es den ganzen Tag geregnet. Alex hat aus dem alten Regenfass ein Räucherofen gebaut. Damit Marion auch mal frei hat, habe ich gekocht. Wendländische Hochzeits-Suppe und Hühnerfrikassee. Das ist viel Arbeit, vor allem die Suppe. Somit hatte ich reichlich Beschäftigung für einen verregneten Sonntag. Gegen Abend waren wir nochmal auf Turtle-Rock. Wir haben die Küche auf dem Fußboden gezeichnet.

Am Abend haben wir etliche Bilder aus den vergangenen Jahren angeschaut. Für jeden der das liest, garantiert langweilig. Wir hatten aber einen heiden Spaß.

Was für ein Mist. Montag morgen (wir wollten Joggen) es regnet. Reichlich. Da wir MM noch Ihren Scheck geben mussten und auch bei Lorne vorbeischauen wollten um Ihn zu bezahlen, haben wir es direkt mit einem Ausflug nach Moncton verbunden. Etwas im Baumarkt rumschnüffeln, eine Küchenplanerin beschäftigen und natürlich etwas zu essen und trinken kaufen. Es gab heute Pizza. Nix mit Low Carb.

Ein Tag der Arbeit – verhungerte Insekten

Inzwischen habe ich mich dem morgendlichen Joggen von Alex angeschlossen. Der erste Muskelkater ist überwunden. Die Laufstrecken sind hier alles andere als flach und wenn man nicht gleich in der Frühe startet wird man gefressen. Also ich meine von den Insekten. Ich habe das Gefühl ca. 100 Mücken / Blackflies und Horse-Fly – Stiche besser gesagt Bisse auf dem Allerwertesten zu haben. Es juckt fürchterlich. Wer denk auch daran die Kleidung mit einzusprühen. So etwas ausgehungertes an Viechern ist fast nicht vorstellbar. Da nützt es auch nicht schneller zu laufen.

Da wir ja nun endlich wissen, welche Bäume gefällt werden müssen, haben wir uns gleich ans Werk gemacht. (Übrigens war der Elektriker schon da. Hat den Sicherungskasten eingebaut. Da wir zufällig vor Ort waren, konnten wir alle anderen Details gleich besprechen und habe eine Quote bekommen und den Auftrag erteilt. Er fängt Montag an. Wozu dann ein Termin am Donnerstag??? Manchmal passt einfach alles. Hervorragend)

Im letzten Jahr haben wir die gefällten Baumstämme ordnungsgemäß, wie es Deutsche eben so machen, zwischen den Bäumen aufgestapelt. Ist praktisch und sieht ja auch nett aus. Leider war das völlig unnütz, weil die Bäume, zwischen denen wir gestapelt haben, jetzt leider gefällt werden müssen. Also alles nochmal. Super. Jetzt warten wir eigentlich nur noch das es 14.00 Uhr wird, weil dann wird von der Behörde täglich veröffentlicht ob man ein Feuer machen darf oder nicht und wie groß es sein darf. Mit Glück können wir dann die Massen vom Gestrüpp der Bäume gleich verbrennen. Dann sieht es wieder schier aus. Oh man sind wir deutsch.

Das Haus ist inzwischen verkleidet und hat Tür und Fenster drin. Das Geländer der Porch steht und die Frames (Innenwände) werden heute noch fertig.

Also das mit dem Verbrennen ist ne super Sache. Die heutige Erlaubnis lautet von abends 8 Uhr bis morgens 8 Uhr. Es hat zwar zwischenzeitlich geregnet, aber jetzt noch Feuer machen steht nicht auf dem Plan. Alex hat noch Bäume gefällt, so das die Säge hängen blieb. Nach einigen Rucken hin und her, war die Säge raus, aber die Kette steckte fest. Also fix rüber und eine andere Kette holen, und mittels der alten Kette, die neu gekaufte Kette aus dem boshaften Baum befreien. Ich habe derweilen diese Seite aktualisiert und geangelt. Ohne Erfolg.

Alex und Ich haben beschlossen nochmal zur Baustelle zu fahren, denn, man soll es nicht glauben. Sie sind fertig. Wir haben etwas Trinkgeld verteilt und die Arbeiter haben sich sehr gefreut. (Ist hier nicht so üblich).

Zum Abendessen gab es heute Frikadellen mit Kohl. Ursprünglich sollten es Kohlrouladen geben, aber nachdem es gemeinschaftliche Diskussionen über ‚Ich mag gar nicht gerne Kohl‘ – über ‚ Mache Dir doch nicht so viel Arbeit‘ gab, hat Marion sich für Bouletten entschieden. Wieder gibt es kein Bild davon. Es war lecker.

Das Wort zum Mittwoch: Wer sich in Geduld übt, ist schneller fertig!

Kurze Zusammenfassung.  26.09.14 in einer Stunde Gespräch mit dem Bauträger ein Haus entworfen, Wände gezogen, Farben von Dach Wand und Fenster ausgesucht. Angebot erhalten, einige Emails und Diskussionen über den Winter hinweg. Schneeschmelze abgewartet. 8.Mai 2015 Baubeginn. 16.07.2015 alles fertig. Was mich beeindruckt ist, das jegliches Baumaterial vor Ort ist, nichts hat sich verzögert, weil Material fehlt oder nicht geliefert wird. Alle Mitarbeiter täglich, zuverlässig und pünktlich auf der Baustelle. Da kann sich manch deutscher Bauträger eine Scheibe abschneiden. Hätten wir nie gedacht das es so glatt läuft.

Wir sind begeistert!

Ein Tag in Moncton / New Brunswick

Montag ging es nach Moncton. Es gab einige Kleinigkeiten zu erledigen. Zuvor mussten wir aber Telefonate führen. MM hatte sich noch immer nicht gemeldet. Alex rief an und es hieß sie melden sich gegen Abend. O.K. Prima. Wir brauchten einen Termin mit dem Elektriker. Des weiteren einen Termin mit dem Wasser-Installateuer (Plumber) und mit jemanden von Fundy Pro Insulation für die Isolierung des Hauses. Die Termine gibt es sogar kurzfristig. Donnerstag und Freitag. Das ist Perfekt. Das Haus soll Donnerstag fertig sein. Finde ich persönlich schon unglaublich. Die setzen einen Termin an und dann ist es auch fertig. Sehr zuverlässig hier die Kameraden. Nachdem das alles organisiert war ging es nach Moncton. (knapp 40 km). Erster Stopp ist die RBC ‚Royal Bank of Cananda‘. Wir haben dort vor Jahren ein Konto eröffnet. Wir wollten klären ob es möglich ist, mehr als 2000 CAD am Tag zu bezahlen, weil wir ja Handwerker-Rechnungen zu begleichen haben. Das lässt sich leider nicht ändern. Es sei denn, wir kommen mit den Rechnungen zur Bank, dann können wir sie komplett bezahlen. O.K. erledigt. Dann ging es weiter raus nach Dieppe. Dort gibt es einen Händler für Autoanhänger. Wir planen einen anzuschaffen, damit wir hier ordentlich was transportieren können. Die Preise sind akzeptabel. Anschließend noch zu Wal*Mart — Off und AfterByte — kaufen. Besser is dat. Alex war schön völlig genervt, weil zwei Weiber durch den Laden laufen um Lippenpflegestifte zu kaufen. Da muss er durch. Endlich ging es in Cosco. Das ist ähnlich einer Metro. Es gibt fast alles und in großen Mengen. Hier wurde erst einmal Fleisch eingekauft. Das ist überhaupt wichtig. Alex war darüber sichtlich erfreut.  Während wir so unterwegs sind, hat MM sich gemeldet. Sie seien auf dem Weg zum Grundstück. Häh? Es ist 12.00 Uhr, das sollte doch heute Abend sein. Pech gehabt. Wie die Zeit rennt. Es ist schon 16.00 Uhr als wir wieder zurück sind. Hier kurz etwas über Moncton und so.

 

Moncton ist eine Stadt in der kanadischen Provinz New Brunswick an der Ostküste des Landes. Mit 69.074 Einwohnern (Stand 2011) ist sie nach Saint John (70.036 Einwohner) die zweitgrößte Stadt der Provinz. Ihre Fläche beträgt 142 km². Den Spitznamen „Hub City“ bekam die Stadt, da sie zentral in den Maritimes gelegen ist und einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt für Bahn- und Straßenverbindungen darstellt. Gemeinsam mit den Nachbarstädten Dieppe, Riverview sowie den Gemeinden Westmorland und Albert Counties bildet Moncton eine Metropolregion mit rund 138.644 Einwohnern. Etwa 65 % der Einwohner sprechen Englisch, 35 % Französisch. Moncton liegt südöstlich in New Brunswick im geografischen Zentrum der Seeprovinzen. Die Stadt befindet sich etwa 100 km südwestlich von Prince Edward Island und grenzt nördlich an den Petitcodiac River an dem Punkt, an dem der Fluss von Westost nach Nordsüd verläuft.

 

Marion macht schnell noch eine super Pizza, damit wir essen können bevor wir endlich den ersehnten Termin mit MM genießen können. 19.08 Uhr geht es dann nochmal rüber auf unser Grundstück. David steckt das Septic-Field ab und Alex kennzeichnet alle Bäume die noch fallen müssen. Endlich geschafft. Nun ist Feierabend. Morgen geht es weiter.

 

Der ultimative Verweil-Platz ( The Eagle has landed )

Den ultimativen Verweil-Platz auf knapp 2 Ha zu finden ist nicht so einfach. Für Sonntag haben wir uns vorgenommen einen Zugang zu unserem ‚Beach‘ freizuschneiden. Hatten wir zwar letztes Jahr bereits gemacht, aber auch hier wächst ‚Vieles‘ und genauso schnell wie in Europa. Auch Unkraut, man soll es nicht glauben. Das Hauptproblem ist, das wir zwei ‚Untiefen‘ auf unserem Grundstück haben, die überwunden werden müssen. Sie sind sehr matschig und müssen gemeistert werden, wenn man zum Fluss möchte. Es geht etwas hügelig voran mit unterschiedlicher Vegetation von Nadelbaum bis Gestrüpp und Ahorn. Ja der geliebte Ahorn sollte auf keinen Fall beseitigt werden… wenn es denn geht. 27 Grad. Mengen von Insekten fressen einen auf. Autan aus Deutschland braucht man gar nicht einpacken. Das Geld kann man sich sparen. Hier gibt es Off. Das einzig Wahre. Katerina Jacob ( Oh (weia) Kanada) hat in Ihrem Buch (auf jeden Fall zu empfehlen. Selten so gelacht) es wie folgt beschrieben. ‚Off. Alleine die Gebrauchsanleitung las sich wie ein chemischer Waffeneinsatz. Auf keinen Fall in Augen oder Mund sprühen! Hatten wir nicht vor. Der Abstand sollte einen Meter oder mehr betragen, wenn man das Zeug benutzte. Jugendlichen unter 16 Jahren war der Gebrauch verboten und wenn möglich, nicht auf die nackte Haut sprühen. Hä? Falls doch wurden nach dem Jagen und bevor man wieder Kontakt zu menschlichen Artgenossen aufnahm, dringend eine Dusche empfohlen. Wow! Wen in meiner näheren Umgebung mochte ich nicht und konnte ihn als Versuchskaninchen benutzen?! Aber es hilft.

 

Nachdem wir ca. 300 m Weg freigeschnitten hatten und endlich am Fluss angekommen sind, haben wir erst einmal ein fixes Bad im Pollett River genossen. Es war frisch – aber perfekt. Während wir da so verweilten haben wir geschaut wo denn der ultimative Verweil-Platz sein könnte. Er musste auf jeden Fall Jochen und Olli-Olli gefallen, damit sie in Zukunft mit uns verweilen können. Das ist echt wichtig! Direkt am Ufer stehen riesige Ahorn, direkt darunter ist Sand und ein paar kleine flache Steine in etwas Gestrüpp (was wir die Tage noch entfernen werden). Die Bäume liefern Schatten und eine kleine Briese zieht durch. Ja, das ist der Platz zum Verweilen. Ein kühles Weizen, ein T-Bone und dazu ein Fernet. Was gibt es Schöneres? Wir freuen uns auf Euren Besuch. Wir sind vorbereitet.

Hier noch ein paar Bilder, damit man eine Vorstellung davon hat, wie der Weg zum River ausschaut.

 

 

Wochenende- Essen – Baden – Bäume und mehr

Wir warten auf einen Termin von den MM (Mountain Movers). Sie sollen uns zeigen welche Bäume noch gefällt werden müssen, damit das blöde Septic-Field ordnungsgemäß platziert werden kann. Da Wochenende ist, wird sich wohl nichts tun. Wir gehen es gemütlich an. Alex hat sich eine Strecke zum joggen ausgesucht und ist seine ersten 7 km, seid langem, wieder gelaufen. Lief super. Alex hofft, jemand fühlt sich angesprochen.

Ein Baum bei Thomas und Marion steht ziemlich blöde und zu nahe an der Stromleitung. Da es etwas tricki ist, den zu fällen, machen wir es zusammen.

Wir haben ca. 27,234 Grad und es ist echt kein Spaß bei den Temperaturen Bäume zu fällen, aber der Pollett-River ist ja direkt vor der Haustür und somit konnten wir ein erfrischendes Bad nehmen, und es ist erfrischend. Je nach Wetter wechselt die Wassertemperatur von eben 23 Gard auf 17 Grad. Alex und Ich sind dann noch kurz nach Salisbury um bei Alf eine neue Kette für die Kettensäge zu kaufen. Dieser entzückende Laden hat alles was ein Mountain-Men benötigt. Ganz sicher. Er ist immer ein Besuch wert. Leider bevorzugt Alf im Juli und August an Samstagen sein Laden geschlossen zu halten. O.K. dann even net.

Alf
Alf

Wir fahren in Home Hardware (Baumarkt) vielleicht haben wir da ja Glück. Aber weit gefehlt, haben sie nicht. Keine Kettensägen oder Zubehör. Gut, wir kaufen eine Flex, ist besser als nix. Kann man immer gebrauchen. Gegenüber ist ein  Liquor-Shop da schauen wir gleich mal nach ob es etwas gibt fürs Wochenende. Alkohol ist in Canada sehr teuer, nur als Info. Also daran müssen wir noch arbeiten. Kleine Geschichte dazu: Vor Jahren reisten wir mit dem Auto von New York nach Canada ein. Am Grenzübergang wurden wir gefilzt was das Zeug hält wegen Alkohol. Das war ja noch verständlich. Aber als wir drei Wochen später wieder zurück von Canada nach New-York fuhren und der Beamte fragte ‚Have you something to declare‘ waren wir schon sehr verwundert. Dieser verwunderte Blick hat der Beamte auch verstanden und nur den Kopf geschüttelt. „Wäre eine unnötige Frage, aber er hätte die letzte Woche auf der anderen Seite vom Grenzübergang gestanden. I’m so sorry!“  Preisverhältnis: 36 CAD zu 12 USD.

Am Abend hat Marion vorzügliche Rips zubereitet. Ein echter Genuss. Ein Hoch auf die Köchin.

Marion - the best Chef of Canada
Marion – the best Chef of Canada

Unseren Professor für Pantrylogie (Ich könnte es erklären, dauert aber zu lange) lassen wir nur heraus, wenn die Tür auf ist, bzw. wenn es Essen gibt.

 

Hochzeitstag 10. Juli 2003

Es hat schon was. Heute genau vor 12 Jahren haben wir in Canada geheiratet. Damals standen wir im Slocan River in British Columbia, sozusagen im Garten bei Thomas und Marion und wurden durch Derek dem Marriage Commissionier zu Mann und Frau. Unsere Trauzeugen waren ‚Thomas und Marion‘. Nun 12 Jahre später stehen wir in New Brunswick auf unserem Grundstück und es steht dort ein Haus. Wer hätte das gedacht.

 

 

Am Nachmittag hatten wir Gelegenheit mit Lorne zu sprechen. Er ist unser Häuslebauer. Es gibt einige Building Codes zu beachten. Ja, auch in Canada ist nicht alles erlaubt. Die Baugenehmigung läuft nur eine gewisse Zeit. In diesem Zeitraum sollten gewisse Punkte erledigt und abgenommen werden, sonst muss man die Baugenehmigung erst verlängern. Da die Kosten für eine Baugenehmigung von 52,00 CAD (letztes Jahr) auf 720,00 CAD (dieses Jahr) gestiegen sind, ist zu überlegen ob wir jetzt Gas geben. Dafür gibt es allerdings einige Kleinigkeiten zu tun, die nicht unbedingt dieses Jahr unser Plan war.

Wir müssen uns um den Zugang für Strom kümmern. Die Verkabelung sollte erfolgen und abgenommen sein. Die Wasserleitungen sollten gelegt sein und dafür müssen die Wände gebaut werden. Also wie auch immer. Wir benötigen jetzt einige Preise und koordinieren die zeitlichen Abläufe, damit wir die Baugenehmigung nicht unnötig verlängern müssen.

Heute ist jedenfalls erst einmal Wochenende. Wir werden bei Thomas und Marion einen Baum fällen, der ungünstig steht. Leider ist heute das Brennen nicht erlaubt. Dabei macht es doch so ein Spaß.

Reisevorbereitungen und was so alles geschah

ja, ja. Wenn einer eine Reise tut!

Man könnte ja meinen, man ist ja routiniert in Reisevorbereitungen; haben wir ja nun schon öfters gemacht. Wie immer ist die Zeit zu knapp und die To-Do-Liste wird immer länger, obwohl man ständig was als erledigt abhaken kann.

Aufgrund des Gewitters ist irgendwas an unsere SAT-Anlage defekt und mehrere Tage und Versuche sind ins Land gegangen, leider erfolglos. Nun mussten wir unsere Eltern ohne Fernsehen zurücklassen.

Damit unsere kanadischen Freunde Thomas und Marion nicht extra nach Halifax (ca. 3 Stunden Autofahrt pro Richtung) fahren müssen, haben wir zum ersten Mal einen Inlandsflug von Montreal nach Moncton (15 Min. Autofahrt) gebucht. Für uns hat sich dabei herausgestellt, das wir keine Zeit damit gewinnen können. Eher im Gegenteil. Unser Flug ging von Hamburg um 6.00 morgens. Die letzte Bahn von Büchen fuhr aber bereits um 0:45 Uhr. Eine Uhrzeit wo es sich auch nicht lohnt nochmal ins Bett zu gehen um etwas vorzuschlafen. Also waren wir zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Stunden auf den Beinen. Um 2.30 Uhr waren wir bereits auf dem Flughafen. Da ist nichts los. Die wirklich wenigen Sitzplätze sind besetzt, wobei 1 Person auf 3 liegt und schläft. Also muss man es sich notgedrungen auf dem Fußboden bequem machen. Das ist ja nicht so mein Ding. Komme mir vor wie in einer Jugendgruppe auf Ausflug. Um 3.00 Uhr macht jemand wenigstens den Zugang zu den Check-Ins auf, wobei ich das schon Online erledigt hatte und hoffte nun auf schnelle Gepäckabgabe. Weit gefehlt. Erst ab 4.00 Uhr fängt jemand an zu arbeiten. Aber Rucksäcke müssen zum Sperrgepäck, die fangen dann so gegen 4.30 Uhr an. Also warten, warten ,warten.

Abflug pünktlich HH – Frankfurt. – Frankfurt relativ kurzer Aufenthalt von knapp 2 Stunden. Weiterflug mit Air – Canada nach Montreal mit 45 Min. Verspätung. Weiter nicht drüber nachgedacht, da in Montreal ja noch 1 1/2 Std. Aufenthalt sind wird es schon passen. Langer Flug von 7,5 Std. nach Montreal, mäßiges Essen und wenig Schlaf mit Verspätung angekommen. Dann die Info, Weiterreisende müssen Ihr Gepäck holen und neu Einchecken! Super. (In HH sagte der Check-In, es wäre durchgescheckt bis Moncton) Also Passkontrolle. Anstellen. Gepäck holen. Anstellen. Check-In. Anstellen. Beamter redet irgendwas davon unser Rucksack sei zu groß. Viele Fragezeichen. Ob wir schon mal in USA gewesen wären. Ja. Fragezeichen. Was wäre denn mit dem mitgebrachten Tax-Free Schnaps. Wo sollen wir den jetzt lassen. Fragezeichen. Wegen Handgepäck und zu viel ml. usw. Fragezeichen. Rucksack dann doch  o.k. Fragezeichen. —–

Wir als Raucher, endlich vor die Tür und eine rauchen. Herrlich. Blick auf die Bordkarte (war nämlich nicht durchgecheckt bis Moncton). Bording-Time 15.30. Alex sein Kommentar nach Blick auf seine Uhr (eingestellt immer noch nach deutscher Zeit) – Mist, wir müssen los. —- schnellen Schrittes Anstellen zur Gepäck-Kontrolle.  Gepäck soweit O.K. Die Flasche Fernet und Ramazotti werden ausgepackt und gewogen. Es gibt eine Liste wo genau für welchen Alkohol das entsprechende Gewicht vermerkt ist und das wird überprüft. Könnte ja sein das wir was anderes eingefüllt haben. Unglaublich.

Suche nach einer Uhr mit der aktuellen Zeit. Montreal 6 Stunden Zeitverschiebung. Keine Uhr auf dem Flughafen zu finden. Unglaublich. Dann endlich. Klar, auf dem Monitor der Abflüge steht unten eine kleine Uhr. Es ist 13.55 unter in der Status-Mitteilung unseres Fluges steht nur ‚departed‘ . Fragezeichen. Blick auf die Bordkarte. Abflug 16.00 Uhr. Oh, man – daß hat jedenfalls nicht geklappt. Also zwei weitere Stunden im absoluten Nichtraucher-Flughafen verbringen. Völlig genervt und übermüdet trinken wir 2 kühle Blonde. Um 15:45 (15 Min. Verspätung) beginnt das Bording. 16:00 Abflug mit einer Propellermaschine nach Moncton.

Ankunft in Moncton habe ich vergessen. 1 Stunde Zeitverschiebung wieder zurück und dann ca. 2.45 Std. Flugzeit. Es war spät. Zum Glück konnten Thomas und Marion sich die Zeit sinnvoll vertreiben und haben auf uns gewartet. Dann ab ins Montana und einen fetten Burger essen. Herrlich.

Ab nach Hause – The Glades-. Kurz auf unser Grundstück und siehe da, dort steht ein Haus mit Wand und Dach. Da es aber schon dunkel war, gibt es die Bilder im nächsten Beitrag.